Kolumne15:35 06.02.12
Dax im Höhenflug - 5000, 6000, 7000 - und dann?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
6.784,50 +1,9% – Freitag, 21:59 Uhr. Auf dem Bildschirm steht die letzte Indikation für den Dax. Man mag es kaum glauben: Nochmals deutlich über dem offiziellen Börsenschluss. Die Agenturen sammeln eifrig eindrucksvolle Daten. So haben die deutschen Standardwerte in den wenigen Wochen seit Jahresbeginn durchschnittlich bereits 15% zugelegt – der schnellste Start seit der Einführung des Leitindex. Bitte einmal nachrechnen, was dieses Niveau im Vergleich zum 52-Wochen-Tief von 4.965,80 im vergangenen September bedeutet! Steht den Börsen jetzt die achte Gewinnwoche bevor?
Angesichts der inzwischen erreichten Dynamik – ich nenne sie „solide Dynamik“, denn euphorische Sprünge nach oben hat es nicht gegeben – ist das durchaus möglich. Doch sollte Sie, geschätzte Anlegerinnen und Anleger, nie verdrängen, dass ein guter Jahresauftakt noch keine gute Jahresperformance sichert. Entsprechende Warnungen haben zuletzt auch die Analysten der DZ Bank ausgesprochen. Die grundsätzlichen Risiko- und Belastungsfaktoren bestünden nach wie vor. Immerhin gehen die Experten davon aus, dass es kurzfristig weiter positive Nachrichten geben dürfte. Mehr Geld von der Zentralbank, eine Aufstockung der Rettungsschirme oder eine schnelle Lösung der Schuldensituation in Griechenland könnten den Dax beflügeln.
Statt mit Rezession oder Inflation sehen sich Aktien-Fans mittlerweile mit einem Luxusproblem konfrontiert: Haben wir bereits eine nachhaltige Trendwende gesehen, so dass man dabei sein muss, um nicht zuviel zu verpassen? Oder kommt es noch zu stärkeren Korrekturen oder längeren Abwärtsphasen, so dass es auch jetzt keine Eile hat, auf den Zug aufzuspringen? Mein
Bauchgefühl gibt mir kein klares Signal – leider. Ganz abgesehen von den bekannten übergeordneten Faktoren (Griechenland, Finanzkrise, Bankenprobleme), den fundamentalen Faktoren (Konjunktur, Unternehmensgewinne) und den technischen Signalen (Charts) Faktoren sorgt die Liquidität für einen Anlagebedarf, der sich mit jedem Tag intensiver dem Aktienmarkt widmet. Mag auch die Stimmung unter vielen institutionellen Investoren nach wie vor eher skeptisch sein – der Alltag sieht anders aus und zwingt zum Mitmachen, will man als Vermögensmanager wichtige Performance-Prozente im harten Wettbewerb um den Kunden nicht verlieren. Die Marke von 7000 Punkten ist schon greifbar nahe. Und was dann? Wir schreiben erst Anfang Februar. Wohl dem, der schon vor Wochen sein Depot überprüft und es dabei stark diversifizierend auf Sachwerte ausgerichtet hat.
Obwohl es hinter den Kulissen also zahlreiche Pessimisten gibt, beherrschen die Optimisten nunmehr die Börsen-Bühne. Und das wird sich so schnell nicht ändern, selbst wenn es in dieser Woche zu einer Korrekturphase kommen sollte, die nicht wenige Fachleute für längst überfällig halten. Nur sollten die „Bullen“ nicht arrogant und selbstgefällig werden, denn das würde den Blick für die Risiken verstellen. Und das wiederum könnte später einmal teuer werden! Und daher bereite ich in diesen Tagen eine Überraschung für Sie vor.
Ein neuer Service mit Empfehlungen, die ich hinter den Kulissen gewonnen habe, direkt für Sie aufbereitet. Freuen Sie sich auf meine nächsten Mitteilungen und
machen Sie weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr
Hermann Kutzer
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