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Kolumne10:14 29.11.11

Börsenexperte, Experte und Author Dr. Dr. Gerald Pilz
Der Euro am Abgrund

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die verheerende Krise in der Eurozone spitzt sich zu. Inzwischen bereiten sich britische und Schweizer Banken auf ein mögliches Auseinanderbrechen des Euroraums vor. Immer mehr Hiobsbotschaften erreichen die Öffentlichkeit. Spanien steht angeblich unmittelbar davor, eine Rettungsmaßnahme zu beantragen. Die Situation ist anscheinend weitaus angespannter als offiziell bekannt. Belgien wurde herabgestuft, und in Italien steigen die Zinsen weiter. Deutschland hat inzwischen Probleme, die eigenen Staatsanleihen zu diesen Niedrigzinsen an den Märkten zu platzieren.

Es bleiben grundsätzlich nur noch drei mögliche Lösungen: Eine verkleinerte Eurozone, bei der die anfälligsten Schuldnerstaaten ausscheiden; dabei stellt sich die Frage, ob dies überhaupt noch zu bewerkstelligen ist, denn inzwischen stehen auch Finnland und die Niederlande unter Verdacht. Allein die Einführung nationaler Währungen würde in den hoch verschuldeten Staaten einen verhängnisvollen Run auf die Banken und eine drastische Abwertung der neuen Währung auslösen. Auch die anderen beiden Lösungen, eine Finanzierung durch die EZB oder die Einführung von Eurobonds, würden das Problem nur kurzfristig lösen, aber höhere Zinsen und eine bedenkliche Inflation nach sich ziehen.

Sachwerte sind Trumpf

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Solange die Staatsschuldenkrise von der Politik nicht überzeugend gelöst ist, werden die starken Turbulenzen und die Unsicherheit an den Finanzmärkten anhalten. In dieser Situation ist es für Sie das Beste abzuwarten, denn politische Entscheidungen in der Eurozone sind unberechenbar. Langfristig sind Sie mit Sachwerten auf der sicheren Seite. Hierzu gehören Immobilien in Wachstumsregionen, sofern die Preise nicht überteuert sind, und auch Aktien. Obwohl viele in Deutschland nach den zahlreichen Kursrückschlägen seit dem Jahr 2000 wenig Vertrauen in Aktien haben, sollten Sie sich Folgendes deutlich machen: Eine Beteiligung an einem soliden Unternehmen wird langfristig wertvoller werden, denn in einem Unternehmen arbeiten Menschen, die neue Ideen und Lösungen entwickeln. Eine Aktie wie Nestlé beispielsweise wird auch in 20 Jahren noch viel wert sein anders als die Zahlungsversprechen völlig überschuldeter Staaten.

Mit ETFs können Sie breit gestreut in Dividendenwerte investieren. Unternehmen, die jedes Jahr Gewinne ausschütten, sind meist solide aufgestellt. Durch Indexfonds verringern Sie das Risiko deutlich, da Sie nicht nur in eine einzige Aktiengesellschaft investieren, sondern in viele. Beispiele sind der ETFlab DAXplus Maximum Dividend ETF (DE000ETFL235) und der international ausgerichtete iShares STOXX Global Select Dividend 100 ETF (DE000A0F5UH1).

Solange sich aber noch nicht abzeichnet, wie die Politik die Staatsschuldenkrise lösen will, sollten Sie auf jeden Fall abwarten, denn es stehen uns noch sehr schwierige Zeiten bevor.

Mit den besten Empfehlungen

Ihr Dr. Dr. Gerald Pilz


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