Kolumne13:13 26.06.12
Der Euro verliert
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
noch immer ist ungeklärt, welche neuen Rettungspakete für Griechenland, Spanien, Zypern und eventuell Italien geschnürt werden. Die Unsicherheit an den Börsen hält daher weiterhin an, und die Staatsschuldenkrise in Europa weitet sich immer mehr aus. An dieser Stelle sollten wir vielleicht einmal einen Blick auf die Entwicklung des Euro werfen.
Der Euro verliert 14 Prozent gegenüber China
Wie hoch der Wertverlust inzwischen ist, wird deutlich, wenn wir uns die chinesische Währung Yuan ansehen. Der Euro hat innerhalb eines Jahres gegenüber dem Yuan 14 Prozent an Wert verloren. Die hohen Reserven und Exportüberschüsse, die Peking erzielt, stärken die eigene Währung, die immer noch an den US-Dollar gekoppelt ist. Sobald China sich entschließen sollte, die Bindung weiter zu lockern, wird der Yuan stärker aufwerten.
Ähnlich schlecht entwickelte sich der Eurokurs zum Hongkong-Dollar: Er gab um rund 13 Prozent in einem Jahr nach. Vor allem gegenüber Ländern, die nicht von der Staatsschuldenkrise betroffen sind, musste der Euro in den vergangenen 12 Monaten herbe Verluste hinnehmen: Singapur (- 9,5 Prozent), Neuseeland (-10 Prozent), Australien (- 8 Prozent), Kanada (- 7,7 Prozent), Südkorea (- 6,32 Prozent) und Norwegen (- 5,27 Prozent). Selbst gegenüber dem krisenanfälligen US-Dollar büßte der Euro mehr als 12,7 Prozent ein.
Angesichts dieser Entwicklung sollten Sie bei Ihren Investments sorgfältig auf eine sehr breite Streuung achten, die die Risiken verringert, die sich aus der schweren und anhaltenden Krise in Europa ergeben. Eine solche breite Streuung sollte nicht nur auf einzelne Anlageklassen ausgerichtet sein, sondern auch auf verschiedene Währungsräume bezogen werden.
45 Länder in einem ETF Mit ETFs setzen Sie auf eine Vielzahl von Wertpapieren und können auf diese Weise viele Länder rund um den Globus erreichen. Ein interessantes Beispiel ist der iShares MSCI ACWI (ISIN: DE000A1JS9A4), der rund 2500 große und mittelgroße Aktiengesellschaften aus aller Welt zusammenfasst. Der Indexfonds erstreckt sich auf insgesamt 45 Länder. Ein solcher ETF erzielt eine enorm hohe Risikostreuung, denn er deckt nicht nur die gängigen Märkte, sondern auch Emerging Markets wie China, Südkorea, Malaysia, Marokko, Chile, Peru und andere Länder ab.
Im Augenblick ist aber Abwarten sinnvoll. Die Sommermonate gelten ohnehin als schwache Börsenmonate, und solange die Staatsschuldenkrise jeden Tag für neue Überraschungen sorgt, sollten Sie sehr vorsichtig agieren.
Viel Erfolg bei Ihren Investments!
Ihr Dr. Dr. Gerald Pilz
P.S.: Dr. Dr. Gerald Pilz erläutert Ihnen im kostenlosen Newsletter ETF-Ausblick einmal pro Woche die Vorteile von börsengehandelten Fonds.
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