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Kolumne18:11 30.05.12

Börsenexperte und Autor Thomas Müller

Der Facebook-Flop und weshalb Kurs-Historien so wichtig sind

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

während mit JP Morgan mal wieder eine Großbank mit einem Milliarden-Zock-Verlust überraschte, war der Facebook Börsengang für Wochen das große Gesprächsthema an den Börsen. Das IPO der Superlative hatte dann sogar die Nasdaq-Rechner in die Knie gezwungen, da durch eine Flut von Kauf- und Verkaufsaufträgen zeitweise keine Kurse gestellt werden konnten. Aberwitzig:

Die historisch jetzt größte Emission einer Internetfirma katapultierte ein „soziales Netzwerk“ mit noch nicht definiertem Erlösmodell, das Datenschutzrechtler im Nacken hat und dessen KGV-Bewertung etwa dem Sieben- bis Zehnfachen unserer Apple-Aktie entspricht, auf die fabelhafte Marktkapitalisierung von rund 100 Mrd. US-Dollar. Das ist eine höhere Summe, als unsere drei Dax-Champions K+S, Fresenius Medical Care und der Gigant BASF zusammen auf die Waage bringen. Dabei sind Facebook selbst nur 6,8 Mrd. zugeflossen, während Altaktionäre um Mark Zuckerberg unmittelbar vor Handelsbeginn etwa 9,2 Mrd. USD realisierten. Auch das war ein perfektes Timing, denn im Anschluss verlor der Kurs bis dato satte 17%. Ich betone immer wieder:

Neuemissionen sind pure Zockerei, auch und gerade deshalb, weil eine ganze Branche davon lebt. Dabei ist das Chance-/Risiko-Verhältnis ungleich verteilt, da das Unternehmen, seine Altaktionäre sowie die emissionsbegleitenden Banken einen möglichst hohen Verkaufserlös anstreben. Für die richtige „Story“ sorgt dabei eine ganze Armada von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Werbefachleuten, IPO-Spezialisten und PR-Agenturen sowie die anzeigenabhängige Presse, die allesamt völlig andere Interessen haben als die Zeichner einer Neuemission. Deshalb:

Kaufen Sie ausschließlich Aktien mit Kurs-Historien und als Basisinvestments kommen sogar nur Titel infrage, die an der Börse eine langfristige Erfolgsbilanz vorweisen können. Denn da zu jedem Zeitpunkt alle (relevanten) Informationen in den Kursen enthalten sind, unterscheiden genau die langfristigen Kursverläufe Gewinner- von Verlierer-Unternehmen. Wir hoffen also nicht darauf, dass die Zukunft besser wird als die Vergangenheit, sondern setzen darauf, dass sich erfolgreiche Entwicklungen fortsetzen. Sie wissen:

Unsere Champions können mehr als zehn Jahre Börsenerfolg vorweisen und haben damit alle nur denkbaren Verwerfungen (in mindestens zwei heftigen Baissephasen) überlebt. Die Kursverläufe liefern eben die entscheidenden Fakten und nicht irgendwelche „Versprechungen“ der Finanzindustrie. So überrascht es nicht, dass allein im laufenden Jahr schon wieder 46% unserer Champions neue All-Time-Highs markiert haben. Darum geht‘s, und die Facebook-Aktie schauen wir uns dann 2022 an ...

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief


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