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Kolumne08:52 22.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Christoph A. Scherbaum
Der Markt braucht nun neue Impulse!
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

hatten die positiven Erwartungen auf eine Zusage für das 130 Mrd. Euro schwere zweite Griechenland-Hilfspaket für wahre Kurssprünge beim deutschen Leitindex DAX gesorgt, so vermochte es die Zusage selbst keinen weiteren Anstieg am Dienstag auszulösen, da dieser bereits zuvor eingepreist wurde. Nachdem es einige Tage lang so aussah als würde die Zusicherung für das griechische Hilfspaket alle Probleme lösen, so kam vielen Anlegern gestern die Erleuchtung, dass Griechenland dadurch immer noch nicht gerettet ist.

Zunächst einmal darf bezweifelt werden ob der Schuldenstand tatsächlich von aktuell mehr als 160 Prozent des BIP bis 2020 auf etwa 120 Prozent gesenkt werden kann, was immer noch das doppelte von dem ist was in den Maastricht-Kriterien festgelegt ist. Selbst wenn diese Quote erreicht werden sollte, wird das Land so lange auf eine Unterstützung der anderen Staaten angewiesen sein, so lange es nicht zu wirtschaftlichem Wachstum kommt. Und dies dürfte mit den beschlossenen Sparmaßnahmen kaum der Fall sein. Ebenso dürfte einigen Anlegern klar geworden sein, dass ein Schuldenschnitt, wie hoch er denn nun auch ausfallen sollte bedeutet: Investoren werden Geld verlieren.

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Diese Erkenntnisse und die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen ließen den DAX am gestrigen Faschingsdienstag in die Verlustzone rutschen. Somit bleibt es dabei, dass uns das Griechenland-Problem auch weiterhin verfolgen und die Stimmung auf den Märkten beeinflussen wird. Doch nicht nur uns, auch die Wall Street. In New York konnte gestern der Dow Jones zum ersten Mal seit Ende Mai 2008 über die Marke von 13.000 Punkten steigen, bis dann sich wohl auch ein paar US-Investoren Gedanken um Griechenland gemacht haben. Ein Blick auf den heutigen Tag:

Zur Wochenmitte steht in Europa eine Reihe von Einkaufsmanagerindizes an. Der Stimmungsabschwung in Euroland scheint überwunden zu sein. Darauf sollten auch die vorläufigen Werte der Einkaufsmanagerindizes für Euroland im Februar hindeuten. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, so die Einschätzung von Dekabank-Research, dass diese Stabilisierung nicht nur von Deutschland und Frankreich getragen werde, sondern auch von Spanien und Italien, den Schwergewichten in Euroland, die besonders unter der Schuldenkrise realwirtschaftlich zu leiden haben. Ein wichtiger Auslöser für die neue Zuversicht ist sicherlich das verstärkte Eingreifen der Europäischen Zentralbank in den vergangenen Monaten, so Dekabank-Research weiter. Daneben werden auch die Zahlen zu den europäischen Auftragseingängen der Industrie (Dezember) bekannt gegeben. Aus den USA erwarten uns der ICSC-UBS Index (Woche) und die wöchentliche MBA Zahl der Hypothekenanträge. Bei den Unternehmenszahlen dürften vor allem die Ergebnisse von Hewlett-Packard eine größere Rolle spielen.

Für den DAX gilt es heute, die runde 7000er-Marke nicht aus dem Auge zu verlieren und nicht zu sehr unter 6900 zu rutschen, da sonst durchaus weiteres Verkaufspotenzial bis in den Bereich 6800/6790 aufgebaut werden könnte.

In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr

Christoph Scherbaum

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