Kolumne13:44 12.07.12
Der große Backtest für das zweite Halbjahr: S&P500 vs. DAX
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
Alcoa hat nun den Anfang gemacht. Der Aluminium-Hersteller berichtete zum Wochenauftakt seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2012 und eröffnete somit die neue „Earning Season“ . Immerhin konnte der Konzern die Analystenerwartungen übertreffen. Ein gutes Zeichen? Ich denke, eher nicht. Es hat keine Aussagekraft. Alcoa wird zwar gerne als „(US-)Konjunktur-Indikator“ herangezogen. Wenn Sie jedoch bedenken, dass der Konzern weltweit seine Absatzmärkte hat, aber die Zahlen ausschließlich auf dem überragenden Wirtschaftswachstum Chinas basieren – dann sind die Alcoa-Zahlen ein guter Auftakt in die neue „Earning Season“. Mehr aber auch nicht.
Viel spannender ist hingegen die Frage, wie es dem Gros der im S&P gelisteten Unternehmen in den nächsten Wochen ergeht. Es wird eigentlich immer nur vom Dow Jones geschrieben wenn es um die Lage der US-Wirtschaft geht, das eigentliche Spiegelbild der realen Marktverfassung liefert uns Trader aber auch der breite S&P500.

Machen wir doch einmal einen Backtest für das zweite Halbjahr, basierend auf den Daten der letzten 30 Jahre, also seit 1982. Anschließend vergleichen wir die Performance des US-Index mit unserem Leitbarometer
DAX. Die Fakten:
Als Trader hätten wir im S&P eine Gewinnwahrscheinlichkeit für das erste Halbjahr von 64,52% mit einem durchschnittlichen Gewinn von 5% gehabt. Die Gewinnwahrscheinlichkeit für das zweite Halbjahr liegt sogar höher bei 66,67%; der durchschnittliche Gewinn im zweiten Halbjahr aber nur bei 4,01%. Auf den ersten Blick scheint das zweite Halbjahr das erste also nicht übertreffen zu können. Grund dafür sind die schwachen Sommermonate, wie der Blick auf die einzelnen Quartalsergebnisse zeigt:
- Erstes Quartal: 61,29% (Gewinnwahrscheinlichkeit) bei 2,15% (durchschnittlicher Gewinn)
- Zweites Quartal: 66,67% bei 2,92%
- Drittes Quartal: 56,67% bei -0,12%
- Viertes Quartal: 80,00% bei 4,26%
Dieses Ergebnis deckt sich mit dem DAX, der typischerweise auch in den Herbst/Wintermonaten besonders stark ist. Machen wir einmal den Performance-Vergleich DAX vs. S&P:

Seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise (9. März 2003) hat der
S&P 500 98% hinzugewonnen. Der
DAX kommt im gleichen Zeitraum „nur“ auf eine Rendite von 74%. Interessant dabei ist, dass bis August 2011 sich der DAX sogar deutlich besser entwickelt hat (siehe Grafik; rot = DAX besser / Grün = S&P 500 besser). Der Vorsprung in Bezug auf das 2009er-Krisentief hält sich erstaunlich konstant im Bereich von 25 Prozentpunkten. Das heißt:
Der DAX leidet wesentlich stärker unter der Finanzkrise. Könnte also die aktuelle Euro-Krise gelöst werden, dürfte der DAX überproportional profitieren! Wie Sie bis dahin den DAX traden, lesen Sie jede Woche in meinem
DAX-Premium-Trader.Mit bester Empfehlung