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Kolumne10:02 17.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Holger Wentz
Der jüngste WASDE-Report - Optimismus zurückgefahren
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

ein monatlich wiederkehrendes Ritual sorgt regelmäßig für Hochspannung bei den Marktteilnehmern an den Commodity Märkten: Die Veröffentlichung des World Agricultural Supply and Demand Estimates, kurz WASDE-Reports. Dieser vom US-Landwirtschaftsministerium regelmäßig veröffentlichte Bericht beinhaltet aktuelle Schätzungen über die erwarteten weltweiten Ernte- und Produktionsmengen aller wichtigen Agrarrohstoffe. Die Erwartungen der Beamten taugen stets dazu, die Märkte in die eine oder andere Richtung zu wirbeln, je nachdem, wer mit seiner Positionierung auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Vergangen Woche war es wieder einmal soweit, der Februar-WASDE wurde veröffentlicht. Schauen wir einmal genauer an, was der aktuelle Bericht für Mais und Soja zu bieten hatte.

Mais-Prognose nach unten revidiert

Wie wir bereits schon mehrfach besprochen haben, sind regelmäßig auftretende Wetterphänomene wie El Nino oder La Nina oftmals dafür verantwortlich, eine Erne gut oder schlecht ausfallen zu lassen. 2012 ist wieder ein Jahr, in dem die Meeresströmung La Nina verstärkt ihr Unwesen treibt. Die Maisernte ist wie so oft davon betroffen.

Vor allem in Argentinien sehen die US-Beamten die Gefahr, dass es aufgrund der Wetterumstände zu Ernteeinbußen kommen könnte. Dies könnte zur Folge haben, dass der Andenstaat seine Maisexporte um 4,5 Mio. Metrische Tonnen (MT) auf 14 Mio. MT zurücknehmen müsste. Das Ministerium unterstellt dabei, dass diese Exportlücke zumindest teilweise von den USA ausgefüllt werden wird. Dies werde zu Lasten der Vorratshaltung dort gehen und den ohnehin bereits sehr niedrigen Lagerstandspegel noch weiter zurückgehen lassen.

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Seit Herbst 2011 bewegt sich der Maispreis in einer Handelsspanne von 6 bis 6,50 US-Dollar und hat aktuell den oberen Bereich dieser Range erreicht. Die Markttechnik spricht vorerst für eine Fortsetzung dieses Seitwärtstrends. Produkte wie Discount- oder Bonuszertifikate auf Mais erscheinen mir daher aussichtsreich.

Auch die Sojaernte wird nun geringer geschätzt

Neben einer reduzierten Maisprognose rechnet das Ministerium in Argentinien auch mit einem Rückgang bei der Sojabohnenernte. Auch diese Minderernte ist La Nina geschuldet. Und auch in einem anderen wichtigen Anbauland, in Brasilien, dürfte die Ernte etwas geringer ausfallen als noch zum Jahresbeginn prognostiziert.

Insgesamt haben die Beamten die gesamte Welterzeugungsmenge für Soja auf nur noch 251 Mio. MT geschätzt, das sind jetzt 6 MT weniger als in der vorherigen Prognose.



Ganz ähnlich wie der Maispreis bewegt sich Soja auch seit vergangenem Herbst in einem Seitwärtstrend, der sich zwischen 11 und 12,50 US-Dollar bewegt. Und auch Soja bewegt sich am oberen Ende dieser Range. Die Markttechnik spricht wie bei Mais vorerst für eine Fortsetzung dieses Seitwärtstrends, so dass auch hier Discount- oder Bonuszertifikate die beste Wahl darstellen sollten.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr

Holger Wentz


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