Dax 10509.5 -0.23%
MDax 20522.0 -0.40%
TecDax 1684.0 -0.24%
BCDI 128.62 0.52%
Dow Jones 19164.88 -0.14%
Nasdaq 4734.28 0.18%
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Bund-Future 161.02 0.77%

Kolumne08:00 03.02.05

Börsenexperte und Autor Thomas Müller

Deutsche Anleger investieren falsch

Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

das breite und erstaunlicherweise sogar wachsende Desinteresse der Deutschen am Thema Börse nimmt mittlerweile groteske Ausmaße an. Schauen wir auf die jüngsten Zahlen:

Per Ende 2004 waren 10,4 Millionen Deutsche direkte oder (über Fonds) indirekte Aktionäre. Damit haben sich seit Ende 2002 eine Mio. Anleger von der Börse verabschiedet, obwohl die Märkte seitdem nur den Weg nach oben kannten. Denn der Dow Jones als internationaler Leitindex hat in den Jahren 2003 und 2004 knapp 30% gewonnen und der für Heimat-Anleger entscheidende Dax sogar 47%. Der kleine Bruder MDax konnte sich in den letzten zwei Jahren sogar um 77% nach oben schrauben. Dennoch stoßen deutsche Anleger in Scharen ihre Börsen-Investments ab, was auch die jüngsten Fonds-Statistiken unterstreichen. Konkret:

Die deutsche Fondsbranche sammelte lt. BVI in 2004 nur noch 6,5 Milliarden Euro in Publikumsfonds ein, das war ein Fünftel des Volumens von 2003 und der niedrigste Zuwachs seit 1996. Dabei wurden 9 Mrd. aus Geldmarktfonds abgezogen, aber 12,8 Mrd. in Rentenfonds eingezahlt. In offene Immobilienfonds flossen per Saldo 3 und in Hedgefonds 0,7 Milliarden Euro. Aus Aktienfonds wurden indes unter dem Strich 3,5 Milliarden Euro abgezogen! Und das ist geradezu absurd. Denn:

Dass es zu den massivsten Rückgaben von Aktienfonds während der Jahrestiefs des Dax im Juli/August gekommen war (also zum denkbar ungünstigsten Ausstiegszeitpunkt), verdient schon keine besondere Betonung, denn die Masse liegt bekanntlich immer falsch. Dementsprechend hatte es auch zum Höhepunkt der Börsenübertreibung im Jahr 2000 den bislang größten Netto-Zufluss von damals 66 Milliarden Euro gegeben. Doch:

Die BVI-Statistik gibt es seit 1990 und in diesen 14 Jahren war 2004 der erste Zeitraum, in dem bei Aktienfonds mehr aus- als eingezahlt wurde! Stattdessen wird in Rentenfonds investiert, die angesichts der Zinskonstellation heute ein eher ungünstiges Verhältnis von Chance zu Risiko bieten. Bei Immobilienfonds ist der Netto-Absatz durch massive Rückgaben zwar um 78% eingebrochen, doch auch hier wird trotz fallender Mieten, steigender Leerstände und damit völlig offener Bewertungsfragen weiter investiert. Und während das Geld aus Aktienfonds abgezogen wird, investieren die Deutschen neuerdings in Hedgefonds, die durch kostenintensive Dachfonds-Konstruktionen nur wenig Aussichten haben, dauerhaft ansprechende Renditen zu erzielen. Das gilt genauso für das ganze Sammelsurium an Derivate-Konstruktionen, die - nur in Deutschland und alleine diese Tatsache sollte uns zu denken geben - für den ersten großen Hype dieses Jahrhunderts stehen. Lesen Sie dazu auch die boerse.de-Kolumne „Strukturierte Produkte“ des von mir sehr geschätzten Professor Dr. Max Otte. Sie sehen:

Heute wandern Unsummen in Anlageprodukte, die nach dem Prinzip „Bei Kopf gewinnt der Initiator, bei Zahl verliert der Anleger“ funktionieren. Das sind fehlgeleitete Investments und es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese wieder zur Börse zurückfinden, was sich natürlich auf das Kursniveau auswirkt. Deshalb haben wir heute eigentlich den denkbar besten Zeitpunkt, um mit einem langfristigen Horizont in Aktien zu investieren.

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief


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Wertvor 10 JahrenKurs akt.Performance
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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

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