Kolumne17:09 09.01.12
Die Aktie - Stiefkind der Deutschen, Primus bei der Rendite
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
als Aktieninteressierte oder bereits -besitzende gehören Sie in Deutschland eher einer Minderheit an. Lediglich 3,7 Millionen Menschen beteiligen sich hierzulande direkt an Unternehmen, das entspricht 4,5 Prozent der Bevölkerung. Unter Einbeziehung aller Fondsanleger wird knapp die Zehn-Prozent-Hürde geknackt. Mit anderen Worten: es gibt derzeit bundesweit in etwa so viele Aktionäre wie potenzielle Wähler der Piratenpartei. Und hier läuft der Vergleich bereits wieder auseinander, denn aus Sicht der erst 2006 gegründeten politische Gruppierung ist das ein großer Erfolg, für die bereits seit dem 17. Jahrhundert existierende Form der Vermögensanlage jedoch eigentlich ein Unding. Denn:
Wer vor zwanzig Jahren ganz einfach nur mit seinem Depot den DAX nachgebildet hat, könnte sich laut des in der vergangenen Woche aktualisierten Rendite-Dreiecks des Deutschen Aktieninstituts heute über eine jährliche Rendite von immerhin 6,8 Prozent freuen. Wer seit 1948 auf die größten heimischen Werte setzt, hat bis jetzt 11,1 Prozent p.a. erwirtschaftet. Das Rendite-Dreieck verdeutlich zudem, dass selbst bei anfänglich ungünstigen Startzeitpunkten über einen längerfristigen Zeitraum zufrieden stellende Erträge erwirtschaftet werden konnten.
Das gilt natürlich umso mehr für gute Einstiegszeitpunkte. Dabei wurden bei dieser Auswertung lediglich die Schwergewichte der deutschen Wirtschaft berücksichtigt, quasi die Deutschland AG. Diese beinhaltet sowohl echte Champions (wie derzeit BASF), als auch aus Aktionärssicht weniger gute Firmen. Mit einem global und rein auf Qualität ausgerichtetem Depot hätten sich noch bessere Renditen erzielen lassen.
Hier spielt die Sicherheitsorientierung den Deutschen also einen Streich. Geprägt durch die Erinnerung an zwei große Inflationen im 20. Jahrhundert, setzt die Mehrheit hierzulande lieber auf das traditionelle Sparbuch und bei größeren Summen auf Betongold. Vergessen wird dabei erstens, dass Sparbücher in inflationären Zeiten die ungünstigste Anlageform darstellen und zweitens, dass Aktien ebenfalls Sachwerte sind, die, richtig ausgewählt, vor Wertverlust schützen. Dabei haben Unternehmensbeteiligungen ganz offensichtlich etliche Vorteile gegenüber der Immobilie. So können auch kleinere Beträge investiert werden, der Erwerb und die Veräußerung dauert nur wenige Sekunden und der „Pflegeaufwand“ von qualitativ hochwertigen Aktien ist denkbar gering.
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Katja Zacharias