Kolumne15:19 06.06.11
Die Bullen sind zuletzt wieder in eine Falle getappt
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
jüngst habe ich mich mit einem alten Schulfreund getroffen. Wie das so ist, man unterhält sich über Privates und natürlich auch über den Job. Er fragte mich dann ganz direkt, was ich denn immer mit dieser Chartanalyse wolle, schließlich könnten so ein „paar Linien und Marken nie und nimmer mir als Anleger ganz alleine den Erfolg bringen“. Ich musste da schon schmunzeln, allein vor dem Hintergrund, dass er wiederum Finanzberater seit zehn Jahren ist und verwies daher ganz nebenbei auch auf eine neue Studie der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Universität Neapel. Im Detail:
Forscher beider Institute haben belegen können, dass die Depots von Anlegern, die sich finanziell beraten lassen, sich nicht besser entwickeln als jene, die ohne Beratung von Finanzberatern auskommen. Hierzu wurden Anlegerdaten von einer großen deutschen Bank sowie einem großen Online-Broker mit angeschlossenen unabhängigen Finanzberatern untersucht. In beiden Fällen haben sich die Depots von Anlegern, die Beratung in Anspruch nahmen, nicht besser entwickelt als Depots vergleichbarer Anleger, die sich nicht beraten ließen. Das heißt:
Es ist nach wie vor richtig, am Aktienmarkt aktiv zu sein. Nur sollte jeder sich auf das Wesentliche konzentrieren. Verlassen Sie sich daher nicht blind auf andere, sondern kontrollieren Sie den Wahrheitsgehalt der Aussagen. Das wird bei vielen fundamentalen Fakten (Ausblick eines Unternehmens, Gerüchte um eine mögliche Übernahme, etc..) schwierig. Beim Blick auf die Charttechnik ist das wiederum ganz einfach. Denn:
Widerstände und Unterstützungen – sie sind unwiderruflich vorhanden, es gibt keine Spekulationen um sie und sie lassen sich nicht unter den Tisch kehren. Somit auch beim DAX-Traden. Erst recht, wenn Sie dann dieses Wissen um die Chartanalyse mit einer Strategie vereinen, mit der Sie nicht jeden Tag aufs Neue Ihr Depot umschichten müssen. Das ist gerade in unruhigen Börsenphasen wie der aktuellen nicht nur nervig sondern auch wenig zielführend.
Aktuell sieht es danach aus, dass die Bullen in eine Falle getappt sind. Noch Mitte der vergangenen Woche hatte ich von einem „Island Reserval“ geschrieben und einer sich wieder nach oben aufbauenden Kursperspektive. Doch das jüngst ausgeprägte markante Abwärtsgap zwischen 7.194 und 7158 haben erst einmal das Bullenlager an die Seitenlinie getrieben. Es könnte nun nämlich durchaus sein, dass dem DAX der Abschluss einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation droht. Das bedeutet:
Diese ist aber erst komplett abgeschlossen, wenn deren Nackenlinie (derzeit bei ca. 7090) auf Wochenschlusskursbasis unterschritten wird. In diesem Bereich sind zudem zwei weitere markante Unterstützungen, das Dezemberhoch 2010 (7.088) und das Tief der Vorwoche (7071). Wird diese Zone nach unten durchbrochen, dürfte die runde Marke von 7000 ernsthaft in Gefahr sein und lediglich das Tief vom 18. April (6995) und der GD 200 (aktuell bei 6881) sind dann noch als Unterstützungen für den DAX parat. Konkret:
Der DAX sollte die Nackenlinie der eben gerade beschriebenen SKS-Formation verteidigen, sonst könnte es in den kommenden Sommer-Wochen heiß hergehen. Schafft es aber der deutsche Leitindex, dieses beschriebene Abwärtsgap wieder schnell zu schließen, dann sollte das Bullenlager (wieder) bereitstehen - ich im DAX-Premium-Trader bin darauf schon vorbereitet: Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Ausgabe des DAX-Premium-Traders.
Herzliche Grüße und erfolgreiche Trades wünscht Ihnen
Ihr
Christoph A. Scherbaum