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Kolumne07:00 19.03.17

Börsenexperte und Autor Thomas Müller

Die Deutschen und die Börse ... Defensiv dabei bleiben ist alles

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Sie und ich wissen, dass Top-Aktien konkurrenzlos sind, doch mit unseren Börsen-Investments sind wir in Deutschland natürlich Exoten. Dabei wird das Interesse an der Börse im Zuge der steigenden Notierungen weiter anziehen, und genau dies lehrt uns einiges. Zu den Zahlen:

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) meldete für 2016 knapp 9 Millionen Anleger, das sind 14 Prozent der über 14-Jährigen. Die Zahl an sich ist gewohnt enttäuschend, denn 86% der Deutschen besitzen weder Aktien noch Aktienfonds. Mir ist es ein großes Anliegen, über Aufklärung die Aktienanlage populärer zu machen, wofür ich ein neues Bauprojekt gestartet habe, von dem ich Ihnen bald berichten werde. Heute geht es um die zyklische Entwicklung der gegenüber dem Vorjahr unveränderten Aktionärszahlen. Konkret:

Im ersten Halbjahr 2016 hatte das DAI 8,3 Millionen Anleger gezählt, im zweiten Halbjahr aber 9,4 Millionen, was einem Zuwachs von 1,1 Millionen oder 13% entspricht. Da sich für deutsche Anleger alles um den Dax dreht (wenngleich unser BCDI-Zertifikat im Jahr 2016 das meistgehandelte Index- und Partizipationszertifikat der Börse Stuttgart war), vergleichen wir:

Nach dem schlechtesten Jahresauftakt aller Zeiten (-18,5% bis 11. Februar) hatte der Dax im ersten Halbjahr 2016 deutliche 9,9% verloren, und das war der größte Halbjahres-Rückgang seit der Finanzkrise 2008. Im zweiten Semester ging es dann wieder um spektakuläre 18,6% nach oben, was im Performance-Ranking des zweiten Halbjahres immerhin Rang 10 in der bis 1959 zurückberechneten Dax-Historie bedeutet. Sie sehen:

Völlig konträr zum normalen Einkaufsverhalten gehen an der Börse die Käufer, wenn die Preise fallen, und kommen, wenn die Preise steigen. Das ist ein Paradox, das es immer schon gegeben hat und immer geben wird. Aktionäre lieben ganz einfach steigende Kurse, schlagen Schnäppchenangebote aus und wollen Crash-Geschenke nicht annehmen. Deshalb wird die Aktionärsquote in Deutschland bei neuen All-Time-Highs im Dax weiter ansteigen, zumal der Leitindex dann erhebliche mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und mit der im zweiten Halbjahr anstehenden kräftigeren Dax-Korrektur werden sich dann wieder Hunderttausende (enttäuscht) von der Börse verabschieden. Doch Sie wissen:

Dauerhafte Börsengewinne basieren auf langjährig erfolgreichen Börsenstrategien sowie der Disziplin, diese auch konsequent umzusetzen. Wenn Sie einen dunklen Raum betreten, ertasten Sie sofort den Lichtschalter, und genauso sollte es in Ihrem Depot Automatismen geben. Meine Empfehlung:

Strukturieren Sie Ihr Portfolio wie eine Pyramide, wobei mit ansteigendem Risikograd die Depotanteile reduziert werden sollten und das Timing immer wichtiger wird. Den konservativsten Aktien (Defensiv-Champions bzw. BCDI) gebührt stets der höchste Depotanteil, zumal Sie hier mit „ewigem“ Anlagehorizont ganz erheblich vom Zinseszinseffekt profitieren. Dabei bleiben ist alles!

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief


PS: Timing funktioniert nur bei Volatilität, und deshalb sollten Sie auch im BCDI nicht über Gewinnmitnahmen nachdenken!