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Kolumne13:07 14.06.16

Börsenexperte und Autor Christoph A. Scherbaum

Die Deutschen und die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Bargelds

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die Zukunft des Bargelds ist und bleibt eines der heiß diskutiertesten Themen in der Finanzwelt. Die Bedeutung dessen wird aber ganz unterschiedlich gemessen:

Während Banken oder Versicherungen inzwischen Bargeld als kostengünstigen Wertspeicher wieder entdecken (siehe Börsen-Ausblick von gestern) machen sich Unternehmen aus dem Handel Gedanken, wie sie mit Bargeldalternativen Kosten sparen können. Besonders sichtbar wurde die unterschiedliche Betrachtung des Bargelds bei einer Veranstaltung der Deutschen Bundesbank. Konkret:

Das 3. Bargeldsymposium fand jüngst in Frankfurt statt und brachte die wichtigsten Akteure zusammen. Etwas kurz kam dabei das bargeldlose Zahlen, beispielsweise mittels Apps oder anderen Zahlungssystemen. Aber das liegt auch daran, dass weder die deutschen Verbraucher noch die Bundesbank große Anhänger der neuen Technik sind.

Deutlich wurde indes, dass die Bundesbank weiterhin am Bargeld festhalten will – aller Kritik seitens der Politik zum Trotz, die ja durchaus schon des Öfteren Bargeld als überflüssig und quasi nur für illegale Geschäft notwendig bezeichnet hat. Diese Diskussion hat bereits zur schleichenden Abschaffung des 500-Euro-Scheins geführt. Doch weiter soll dieser „war on cash“ – so Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele kaum gehen.

Immerhin hat man wohl auch in Frankfurt erkannt, dass eine Währung vom Vertrauen lebt und das dazu auch gehört, dass jeder damit bezahlen kann wie er will – ob bar oder unbar. Tiehle bezeichnete zudem Bargeld als „unverzichtbares Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel“. Warten wir ab, ob den Worten auch Taten folgen und der „war on cash“ gewonnen wird.

Als Anleger brauchen Sie Bargeld zum Glück nur selten und sollten daher den Einsatz auch auf die notwendigen Einsatzbereiche beschränken. Denn:

Bargeld arbeitet in Zeiten der Negativzinsen nämlich genauso wenig wie Geld auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten. Stattdessen gilt es mit soliden Sachwerten (dabei denke ich vorrangig an Champions-Aktien) dem globalen Nullzinswahn zu begegnen.

In diesem Sinne,
Ihnen einen erfolgreichen Handelstag

Ihr

Christoph Scherbaum
Chefredakteur
Börsen-Ausblick

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