Kolumne09:16 17.01.12
Die Immobilienbranche in den USA erholt sich
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
als 2007 die schwere Wirtschaftskrise begann, traf es die Immobilienbranche in den USA besonders hart. Die Aktienkurse sanken dramatisch; in einigen Stadtvierteln standen ganze Straßenzüge leer, und Hypothekenfinanzierer brachen innerhalb kürzester Zeit zusammen. In Bundesstaaten wie Michigan fielen die Preise ins Bodenlose; aber auch im Rest des Landes büßten Immobilien im Durchschnitt seit 2006 ein Drittel des Wertes ein. 2,2 Millionen Häuser wurden zwangsgeräumt.
Inzwischen mehren sich die Zeichen, dass der Tiefpunkt dieser Krise bereits überschritten ist. Die Branche erholt sich und bietet damit günstige Voraussetzungen; denn noch immer sind die meisten Immobilienunternehmen niedrig bewertet. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg bis Ende November 2011 um mehr als 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser beachtliche Zuwachs deutet darauf hin, dass die Baubranche wieder Hoffnung schöpft. Auch die US-Bank Goldman Sachs bewertet die Entwicklung des Immobilienmarktes positiv. Die Experten sind der Auffassung, dass der US-Häusermarkt im Sommer 2012 einen deutlichen Aufwärtstrend zeigen wird und sich weiter stabilisiert. In den nächsten zehn Jahren wird eine Wertsteigerung von insgesamt mehr als 30 Prozent erwartet.
Immobilien-ETFs: 21 Prozent Gewinn in drei Monaten
Immobilienaktien konnten in den vergangenen Monaten erheblich zulegen. Da jedoch die Auswahl von Einzelunternehmen schwierig bleibt, bieten ETFs, die eine breite Streuung ermöglichen, viele Vorteile. Etliche Immobilienunternehmen sind so genannte REITs (Real Estate Investment Trusts), eine spezielle Form börsennotierter Immobilien-Aktiengesellschaften. In den USA sind diese gesetzlich verpflichtet, 95 Prozent der Gewinne an die Investoren auszuschütten (in Deutschland liegt die Mindestquote bei 90 Prozent). ETFs geben diese Erträge an die Anleger weiter.
Ein Beispiel für einen solchen ETF ist der iShares FTSE/NAREIT US Property Yield Fund (ISIN:
DE000A0LGQK7), der rund 100 US-Immobilienunternehmen umfasst und auf Swaps verzichtet. Die Ausschüttungen erfolgen vierteljährlich. In den vergangenen drei Monaten erzielte der Indexfonds eine Wertsteigerung von fast 21 Prozent. In einem Zeitraum von drei Jahren konnte der ETF um 88 Prozent zulegen. Ein ähnlicher Indexfonds ist der iShares Stoxx Americas 600 Real Estate ETF (ISIN:
DE000A0H0769), der 26 Unternehmen enthält und auch kanadische Aktien mit einbezieht sowie jährlich ausschüttet.
Der US-Immobilienmarkt befindet sich an einem historischen Tiefpunkt. Die starke Zunahme der Baugenehmigungen und das niedrige Zinsniveau sprechen langfristig für eine deutliche Erholung der Branche.
Mit den besten Empfehlungen
Ihr Dr. Dr. Gerald Pilz
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