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Kolumne10:04 16.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Sven Brand
Die Queen ist auf Diät
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

nun ist das Sparpaket für Griechenland also beschlossen, da hat auch alles Drama nichts genutzt. Die griechische Regierung scheint ebenso erleichtert wie die Märkte.

Unbeeindruckt von dem ganzen Theater hat sich der Euro gegen seinen amerikanischen Kollegen tapfer nach oben gekämpft. Lassen Sie sich von dem mickrigen Ergebnis auf dem Chart nicht täuschen:

Obwohl sich nicht viel getan zu haben scheint und sich der Schlusskurs vom Freitag mit 1,3202 gefährlich nahe an den Eröffnungskurs vom Montag bei 1,3115 befindet, fand dazwischen doch einiges statt. Vor dem Hintergrund der politischen Turbulenzen um das neue Griechenland-Sparpaket und damit der Unsicherheiten bezüglich der Euro-Krise hat sich die Einheitswährung dazu durchgerungen, die Trading-Range zu verlassen und sich bis zum nächsten Widerstand bei 1,3325 hochzuarbeiten.

Bemerkenswert ist hier, dass wir somit nicht nur ein neues höheres Hoch haben, sondern vor allem während der Seitwärtsbewegung in der Range kein tieferes Tief verzeichnet haben. Beides sind verhalten bullische Signale. Dass nun am Freitag der Kurs wieder in die Range abgefallen ist, trübt die Bullen-Stimmung zwar etwas. Doch man sollte bedenken, dass zum Ende der vergangenen Woche noch viele Fragezeichen über Griechenland schwebten. So scheint es nicht verwunderlich, dass wohl viele Bullen nach einer „grünen Woche“ ein paar Gewinne mit ins Wochenende nehmen wollten und somit einen Kursabfall verursachten.

Viel wichtiger scheint, dass trotz der Gewinnmitnahmen und des Griechen-Dramas mit 1,3155 gleich die nächste Unterstützung standhielt – und es der Kurs nicht einmal bis zum Gleitenden Durchschnitt (GD) 50 schaffte.

So würde es uns nicht überraschen, wenn in der kommenden Woche der GD 50 als Unterstützung halten und der Kurs die nächste Marke nach Oben bei 1,3400-1,3411 in Angriff nimmt.

Alternativ sehen wir die Unterseite der Range als bärisches Wochenziel.



Nicht ganz so interessant wie in der letzten Ausgabe präsentiert sich allerdings der Chart des britischen Pfundes zum US-Dollar. In der vergangenen Woche purzelten die Pfunde ihrer Majestät etwas – der GBP/USD hat bis zur nächsten Unterstützung bei 1,5727 nachgegeben. Somit ist er also wieder unter den GD 200 abgefallen und „schlängelt“ sich um diesen Gleitenden Durchschnitt. Hier gilt es abzuwarten, bis sich dieser entweder als Unterstützung oder als Widerstand eindeutig neu definiert hat. Das ist normal – ein Überschreiten des GD 200 dauert immer etwas länger, denn dies ist ein signifikanter Wert, der für viele Anleger und Händler den Übergang zwischen bullischem und bärischem Szenario repräsentiert.



Allerdings können wir an diesem Chart gut die letzte Lektion unserer „Ampel-Technik“ demonstrieren:

Welche Swings sind gute Einstiege und welche nicht?
Nun – zunächst einmal eine Klarstellung:
Wenn man es genau nimmt, handelt man ja nicht den Swing sondern den Rückzug des Swings, also die Welle. Hier noch einmal zur Erinnerung:



Wenden wir also die Ampel-Technik auf den GBP/USD an sieht das zurzeit etwa so aus:


Man erkennt hier zum Beispiel, dass in letzter Zeit sie Rückzuge der Swings immer in den Gelben Kasten vorgedrungen sind – also in den Fibonacci-Bereich von 61,2+% bis 100%. Dies ist ein klares Anzeichen dafür, dass der Trend schwächer wird. Dann im Januar war es soweit:

Auch der gelbe Kasten wird gebrochen – nun sehen wir den Anstieg von Mitte Januar bis Anfang Februar als bullischen Swing und messen von dort aus unseren Rückzug. Dieser wird in einem grünen Kästchen enden. Die Ampel hat nun von Rot auf Gelb umgeschaltet. Wir warten jetzt darauf, dass sie grün wird und wir – falls wir Bullen sind – losfahren dürfen.

Nun zu den „guten“ und „schlechten“ Swings.

Nach einem Richtungswechsel ist es immer am besten, den Rückzug des ersten oder zweiten Swings zu handeln.




Der 3. Swing ist immer ein schlechter Zeitpunkt, in einem Trend einzusteigen. Nicht nur ist dieser Swing meist kürzer als die anderen. Oft folgt darauf auch ein tieferer Rückzug über den gesamten Anstieg seit Swing 1.



Und jetzt viel Spaß beim Ausprobieren dieser kleinen Technik. Und immer daran denken:

Swing 1 & 2: Hui, Swing 3: Pfui!


Happy Trading!
Ihr

Sven Brand


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