Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
in den vergangenen Tagen haben sowohl die Weltbank als auch der IWF düstere Konjunkturprognosen für die Eurozone veröffentlicht. Doch die Konjunkturindizes hierzulande konnten diese Skepsis bisher nicht teilen. Bereits der ZEW-Konjunkturindex für den Januar hatte deutlicher zugelegt als erwartet. Gestern legte der Ifo-Geschäftsklimaindex nun nach und kletterte ebenso überraschend deutlich nach oben. Der wichtigste deutsche konjunkturelle Frühindikator verzeichnete damit bereits den dritten Anstieg in Folge, dieses Mal von 107,2 Punkten auf 108,3 Punkte, erwartet hatte man lediglich einen Anstieg auf 107,6 Punkte.
Überschwänglichen Optimismus konnten diese Daten auf dem Frankfurter Parkett allerdings nicht auslösen. Die Risiken, die uns in der letzten Zeit Kopfzerbrechen bereitet haben, beschäftigen uns augenscheinlich immer noch: In den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands wurde mit den privaten Gläubigern immer noch keine Einigung erzielt. Ebenso könnte es sein, dass die befragten Experten und Unternehmen zu früh die Rezessionsängste ad acta gelegt haben. Die Prognosen des IWF und der Weltbank könnten dann vielleicht adäquater sein und die Gefahren, welche die Euro-Krise für die Weltwirtschaft immer noch darstellt, besser abbilden.
Mit den Kurssprüngen der letzten Woche war es auch heute Zeit für einige Gewinnmitnahmen bei diversen Papieren. Das, in Verbindung mit der weiterhin unsicheren Situation in Europa sorgte dafür, dass die überragenden Zahlen von
Apple, die sehr guten Ergebnisse von
SAP und der Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex nicht einen Kurssprung im
DAX auslösen konnten. Immerhin, der DAX schloss oberhalb der 6400er-Marke, fast punktgenau zum Vortagesschluss. Im Fall SAP erlebte die Aktie derweil bereits einen Anstieg als die vorläufigen Zahlen bekannt gegeben wurden - somit waren die offiziellen Ergebnisse keine Überraschung mehr. Ein Blick auf den heutigen Tag:
In Deutschland wird nur das GfK-Konsumklima (Februar) veröffentlicht. Aus den USA erreicht uns dagegen eine Fülle an Daten. Auf dem Programm stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Auftragseingang für langlebige Güter und Investitionsgüter (Dezember) sowie die Conference Board Frühindikatoren (Dezember). Unternehmenszahlen gibt es unter anderem von
Caterpillar,
3M,
Time Warner und
Starbucks zu berichten.
In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr
Christoph Scherbaum