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Kolumne17:55 10.01.12

Börsenexperte, Experte und Author Tobias Pichler
Die Trend-Breite als wichtiger Indikator
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wie wir an dieser Stelle schon mehrfach dargelegt haben, eignet sich die 200-Tage-Linie für mittel- bis langfristig ausgerichtete Anleger hervorragend, um die großen Börsen-Trends zu identifizieren. Unser Ziel, hier im Trend-Ausblick wie vor allem im Trendbrief ist es allerdings, nicht „nur“ so gut zu sein wie der Trend, sondern diesen zu schlagen.

Aus diesem Grund achten wir beispielsweise nicht nur auf den Gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, sondern nutzen ebenfalls die Charttechnik, achten auf das vorherrschende Sentiment im Basiswert, auf zyklische Muster sowie auf markttechnische Indikatoren. Bei letzteren haben für uns vor allem die Trend-Stärke und Trend-Breite eine große Bedeutung. Konkret:

Die Trend-Stärke gibt stets gute Auskünfte über die Solidität eines Trends, wie wahrscheinlich es also ist, dass sich ein Trend fortsetzt oder dass er bricht. Dabei ergibt sich die Stärke aus Abstand von Kurs und 200-Tage-Linie im jeweiligen Basiswert. Je größer die Differenz, als umso massiver kann der Trend angesehen werden, während bei geringem Abstand nur mit kleinen Kapitaleinsätzen hantiert werden sollte und Fehlsignale einkalkuliert werden müssen. Gleichermaßen kann die Trend-Stärke auch ein wertvoller Ratgeber sein, wenn es darum geht zu erkennen, wann ein Markt sich in einer Übertreibungsphase befindet.

Die Trend-Breite wiederum gibt Aufschluss darüber, wie stark eine vorherrschende Bewegung „untermauert“ ist. Entscheidend ist hier, wie viele Werte eines Index über oder unterhalb der 200-Tage-Linie notieren. Je höher der Anteil, je mehr Aktien des Dax-Index also beispielsweise einen Aufschwung tragen, umso besser ist das Fundament. Indes wird es gefährlich, wenn ein Trend von immer weniger Werten getragen wird. In diesem Fall ist ein baldiger Trendwechsel meist sehr wahrscheinlich. Um frühzeitig Indikationen zu bekommen, kann dieses Konzept auch schon mit kurzfristigeren Gleitenden Durchschnitten (und damit „schnelleren“) durchgespielt werden.

Für den aktuellen Trendbrief haben wir dies im Strategie-Abschnitt beispielsweise mit den GD20, GD38, GD50, GD100 sowie GD200 gemacht, um Informationen über die aktuelle Trend-Breite im Deutschen Aktienindex zu bekommen.



Wie auf der Trendbrief-Grafik gut zu erkennen ist, kristallisiert sich zurzeit in sehr vielen Einzelaktien ein klarer Aufwärtstrend heraus. Langfristig ist das Gros der Trendpfeile zwar noch nicht grün, doch die jüngsten Aufwärtstrendwechsel im kurz- und mittelfristigen Zeitfenster stimmen schon mal positiv. Setzt sich dieser Trend fort, wäre für 2012 auf der Long-Seite einiges zu erwarten…

Die konkreten Implikationen für Dax & Co. inklusive charttechnischer Widerstände/Unterstützungen und Kurszielen finden Sie wie immer in der aktuellen Trendbrief-Ausgabe.

Mit bester Empfehlung,
Ihr

Tobias Pichler