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Kolumne14:04 16.02.16

Börsenexperte und Autor Gerhard Mahler

Die Turbulenzen klingen ab

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

nun haben wir die offizielle Bestätigung: Laut Bundeswirtschaftsministerium spiegeln die Börsenturbulenzen die Konjunktur-Risiken wider. Nicht nur der Kurzfrist-Trader hat über die baisse-trächtigen Zusammenhänge seit Längerem ausführlich berichtet. Aber nun ist es amtlich, wenn auch etwas verspätet. Immerhin gibt es weder seitens der Politik noch seitens der Notenbanken irgendwelche Anzeichen von Aufgeregtheit oder gar Panik. Doch dass die Entwicklung 2016 selbst unsere Spitzenkräfte nicht kalt lässt, davon kann man ausgehen. Nach jüngster Lesart wird es Strafzölle auf die Billigeinfuhren beim Stahl aus China/Russland setzen. Beim Thyssen-Konzern und insbesondere beim Branchen-Primus ArcelorMittal reißen die abschmelzenden Preise Löcher in die Bilanzen und beim Anleger in die Aktiendepots. Zur angeblich akuten Bankenkrise mit heftigen Kursverlusten sind positive Statements verständlicherweise Mangelware.

Notenbanken halten still

Der jüngsten Lesart zufolge darf man aber annehmen, dass „unsere Banken solide sind“, was man darunter auch verstehen mag. Jedenfalls präsentierte die teils in Staatsbesitz befindliche Commerzbank am Freitag (Aktie +18%) zum richtigen Zeitpunkt einen Milliardengewinn – und sie zahlt wieder Dividende. Sechs Wochen Börsen-Talfahrt: Alles halb so schlimm, oder? Erfreulich bedeckt hält sich die EZB mit ihrem sonst zu stützenden Maßnahmen schnell bereiten Präsidenten „Super-Mario“ Draghi. Professionell ruhig bleibt die US-Notenbank. Vorerst keine Erhöhung der Leitzinsen mehr. Die Wirtschaft wächst moderat, wenn auch unter Aussetzern. Ich vermute: Öl ins Feuer zu gießen, ist das falsche Zeichen. Falls die Notenbanken interveniert hätten, wäre dies – anstatt sie zu beruhigen – den nervösen Märkten schlecht bekommen (siehe der Absturz in Japan).

Ausverkauf vor dem Ende

Sicherlich müssen wir uns mit Konjunktursorgen, durchwachsenen Konzernbilanzen, dem unterschiedlich beurteilten Rückgang des Rohölpreises sowie zahlreichen Konflikten und Krisenherden beschäftigen. Doch scheint mir der Pessimismus übertrieben zu sein. Die Lage ist bestimmt nicht optimal, aber sie ist besser als die Stimmung. Und die Börse ist keine Einbahnstraße, auch abwärts nicht. An den Märkten sind lange Zeit selbst vermeintlich positive Nachrichten zu sehr belohnt worden, gegenwärtig schlägt das Pendel in die andere Richtung aus. Negative Meldungen werden stärker als sonst beachtet. Ich denke, das der Ausverkauf sich seinem Ende nähert. Und die riesigen Schwankungen werden weniger. Vorerst gilt es, die intakten Abwärtstrends der Aktienindizes zu beachten. Aber Phasen mit Erholungen werden auf dem ermäßigen Niveau eine größere Rolle als bisher spielen.

Viel Erfolg mit Ihren Investments
Ihr

Gerhard Mahler
Chefredakteur
Kurzfrist-Trader


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