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Kolumne09:54 10.03.14

Börsenexperte und Autor Prof. Dr. Max Otte

Die Ukraine und die Börse

Sehr geehrte Privatanleger,
 

in den letzten Tagen wurde es mir ganz, ganz mulmig. Mit dem Umsturz in der Ukraine, ist eine Lage geschaffen, die das Potential zu einer ganz großen Krise hat. Dabei ist die Situation viel komplexer, als sie in fast allen Medien dargestellt wird.

Putin bemüht sich seit Jahren um eine Partnerschaft mit dem Westen. Russland muss ja auch ein integraler Bestandteil jeder europäischen Architektur sein. Ich habe Putin hierzu im Herbst 2010 gehört. Er ist sicher ein Machtmensch, dem man besser nicht in die Quere kommen sollte – welcher Mensch in einer solchen Position ist das nicht? Aber auf seinem Vortrag vor westlichen Führungskräften trat er sehr höflich und humorvoll auf. Seine größte Klage: Europa und Amerika täten alles, um Partnerschaften zwischen europäischen und russischen Firmen so schwer wie möglich zu machen. Viele eindrucksvolle Beispiele belegten das.

Ich habe zehn Jahre in den USA gelebt und bin mir ziemlich sicher, dass Amerika eine engere Zusammenarbeit mit Russland nicht wirklich will. Denn das würde die amerikanische Vorherrschaft in Europa natürlich relativieren. Also tut man alles, um Russland zu isolieren und Nadelstiche anzubringen. Und nun erfolgte dieser Umsturz in der Ukraine nach bekanntem Muster. Ich halte es für ausgeschlossen, dass eine Bewegung wie auf dem Majdan-Platz OHNE Unterstützung von außen Erfolg gehabt hätte. Sicher gab es ein großes Unzufriedenheitspotential – aber das muss auch mobilisiert und gestützt werden.

Und jetzt wird Ex-Präsident Janukowitsch wegen „Massenmordes“ vom ukrainischen Parlament gesucht! Da treten Lynchjustiz und Gesinnungstribunale auf der ganzen Welt immer mehr an die Stelle internationalen Rechts. Vielleicht hat Janukowitsch den Einsatz von Gewalt abgesegnet. Aber das läge in seinem Verantwortungsbereich. Man könnte es juristisch überprüfen. Aber „Massenmord“?

Nun könnten gierige, wirtschaftskriminelle Oligarchen oder ein Ex-Boxer der auf einmal Oppositionsführer ist, an die Stelle von Janukowitsch treten. Schauen wir mal, ob die Menschen in der Ukraine damit besser bedient sind. Eines aber dürfte klar sein: die neuen Machthaber werden Verbündete des Westens sein und damit eine Bedrohung Russlands direkt vor seiner Haustür.

Die Krim ist urrussisches Gebiet. Solange es eine enge Freundschaft zwischen der Ukraine und Russland gab, konnte Russland vielleicht den alten Sonderstatus akzeptieren. Aber jetzt? Das ganze hat das Zeug zu einer sehr, sehr großen Krise.

Die Börsen haben die Krise nach einem kurzen, heftigen Rückgang gut verwunden. Es zeigt sich immer wieder: solche Sachen lassen sich nicht „timen“. Wenn es passiert, denkt man, dass man doch besser rausgegangen wäre. Aber vorher? Also muss man durch.

Die Börsen sind weiter im Haussemodus. Wenn sich die Krise nicht ausweitet, werden sie es auch noch eine Weile bleiben. Allerdings sind die echten Gefahren für die Welt deutlich gestiegen. Ich habe daher noch einmal Gold gekauft. Der Preis ist gut – und in die allgemeine Situation passt der Kauf auch.

Auf gute Investments!
Ihr
 

Prof. Dr. Max Otte
maxotte.de 

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