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Kolumne09:44 13.12.11

Börsenexperte, Experte und Author Sven Brand
Die Weihnachtsflaute setzt ein
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

während sich der Rest Europas darum bemüht, nicht nur den Euro sondern die europäische Wirtschaft zu retten, stellt sich das Vereinigte Königreich mal wieder quer. Kennt man die Wirtschaft Großbritanniens, ist dies nicht ohne weiteres verwunderlich:

Ein nicht unerheblicher Teil der britischen Wirtschaftsleistung hängt direkt oder indirekt vom Finanzmarktplatz London ab. Genau wie die überraschende Intervention der Weltbanken lässt der Alleingang Großbritanniens den Euro allerdings relativ kalt:

In der vergangenen Woche war die Richtung seitwärts – der EUR/USD schloss beinahe gleich wie er die vergangene Woche begonnen hatte. Zum Ende blieb ein leichtes Minus über die Woche – milde Enttäuschung über fehlende Impulse von der europäischen Zentralbank (EZB) und trotz allem positive Überraschung über das erreichte beim EU-Gipfel cancelten sich da wohl aus.

Im EUR/USD bildet sich inzwischen eine Dreiecksfalle. Die Unterstützungszone zwischen 1,3145 und der Dreiecksuntereite ist nach wie vor intakt. Das bärische Momentum nimmt also weiter ab.



Dasselbe gilt auch für den Vergleich des Euro mit dem britischen Pfund (EUR/GBP) und dem japanische Yen (EUR/GBP).


Im EUR/JPY haben sich die höheren Hochs der letzten Wochen sogar etwas deutlicher herausgebildet. Im Gegensatz zum EUR/USD hat der euro-japanische Wechselkurs bereits den Widerstand des GD50 angetastet. Ob der momentane Aufwärtsdrang des Euro anhält und auch ausreicht, um den gleitenden Durchschnitt zu brechen, wird sich in der nächsten Woche herausstellen. Falls dies gelingt und sowohl GD50 und die 106,00-Marke bis zum Ende der nächsten Woche fallen, wäre das Jahresendziel der bedeutende Widerstandsbereich bei 108,00.

Überwiegt der Abwärtsdrang, könnten wir zum Jahresende einen doppelten Boden (Double Botton) bei der Unterstützung 100,75 sehen. Mit Sicherheit wäre das ein interessanter Ausgangspunkt für das neue Jahr!



Beim EUR/GBP ist das Bild noch eindeutig bärisch. Obwohl sich hier Ende November ein höheres Tief ausgebildet hat, wurde dies Mitte der vergangenen Woche unterschritten. Kurzzeitig klopfte der Kurs bei der Marke 0,8500 an – die Tür hat sich allerdings noch nicht geöffnet. Bislang bleibt der Abwärtskanal intakt, doch das Tief von Ende November hat es nicht bis zur unteren Kanalgrenze geschafft. Voreilige würden das als erstes potentiell bullisches Signal sehen. Noch bietet der GD50 jedoch ungebrochen Widerstand.



Der Abwärtsdrang der Einheitswährung scheint also zumindest vorläufig abzuflauen. Dieses Jahr sieht es bei den Devisenpaaren generell eher nach einer Dezemberflaute denn einer Dezemberralley aus.

Nach der Zinssenkung durch die EZB und dem EU-Gipfel verlagert sich der Fokus für die kommende Woche wieder eher Richtung USA. Während weltweit der Geist der zweiten Rezession um sich greift, wird in den USA eine Liste von wichtigen ökonomischen Zahlen veröffentlicht werden. Dann wird sich zeigen, ob die Konjunktur in den USA tatsächlich wie erwartet anzieht.

Darüber hinaus haben wir nur noch zwei Wochen bis Weihnachten. Das heißt, viele Trader sind mit Gedanken schon woanders und bereiten sich auch darauf vor, zum Ende des Quartals und des Jahres Gewinnmitnahmen zu realisieren – sofern es welche gibt. Erfolgreiche Händler werden so kurz vor Jahresabschluss auch kaum neue Risiken eingehen. Von daher kann man sich durchaus schon einmal auf eine besinnliche Weihnachtszeit einstellen.

Happy Trading!
Ihr

Sven Brand


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