Die griechische Tragödie und der DAX ...
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
wie erwartet war auch am gestrigen Dienstag Griechenland das marktbeherrschende Thema. Die Nervosität der Anleger steigt, da sich immer noch keine Einigung in den Verhandlungen um den griechischen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern abzeichnet. Ebenso verwundert schaut man auf die griechischen Politiker, die wieder bis zur letzten Sekunde darauf warteten, sich zu entscheiden, ob sie die strikten Sparmaßnahmen akzeptieren möchten, die als Bedingung für das nächste Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro gestellt wurden.
Mit dieser andauernden Unsicherheit in der Griechenland-Frage notierte der
DAX lange Zeit deutlich im Minus. Allerdings sorgte eine spätere Meldung dafür, dass der Index wieder freundlicher schloss. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet damit, dass bis Donnerstagabend eine Einigung zwischen Griechenland und der Troika (EZB, IWF und EU-Kommission) über die griechischen Sparanstrengungen stehen würde.
Wie negativ sich die europäische Staatsschuldenkrise, besonders im letzten Quartal des vergangenen Jahres auf einige Unternehmenszahlen ausgewirkt hat, zeigten die gestrigen Ergebnisse der
Schweizer Großbank UBS und des weltweit größten Stahlkonzerns
ArcelorMittal. Wie bei den jüngsten Zahlen der anderen Banken wie
Citi,
Goldman Sachs oder der
Deutschen Bank, war es auch bei der UBS das Investmentbanking, das besonders schlecht abgeschnitten hatte. Bei ArcelorMittal sorgte u.a. die schwächere europäische Nachfrage nach Stahl dafür, dass man im Schlussquartal des letzten Jahres einen Nettoverlust von 1 Mrd. Euro ausweisen musste. Ein Blick auf den heutigen Tag:
Es bleibt weiterhin dabei, solange keine entscheidend neuen Nachrichten, entweder in die eine oder in die andere Richtung, aus Griechenland eintreffen, wird auch die Nervosität bei den Anlegern auf dem Frankfurter Parkett nicht verschwinden.
Um auch andere Indikatoren herannehmen zu können werden zur Wochenmitte einige Zahlen veröffentlicht. Hierzulande dürften besonders die deutschen Außenhandelszahlen (Dezember) und die Umsätze für das verarbeitende Gewerbe (Dezember) eine größere Rolle spielen. In den USA wird die MBA Zahl der Hypothekenanträge veröffentlicht und ebenso der wöchentliche EIA-Bericht über die Öllagerbestände. Unternehmensseitig gibt es eine ganze Reihe an Geschäftszahlen auf die wir uns am heutigen Mittwoch freuen dürfen und die eventuell von dem ewigen Drama um Griechenland ein wenig ablenken. Dazu zählen u.a.
BHP Billiton,
Cisco Systems,
News-Corp.,
Groupon,
Time Warner,
Visa,
Douglas,
Heidelberger Druck und
Sanofi.In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr
Christoph Scherbaum