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Kolumne09:49 01.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Christoph A. Scherbaum
Die lieben US-Konjunkturdaten - immer wieder das Zünglein an der Waage...
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

am gestrigen Dienstag schien die Welt an der Börse zunächst wieder in Ordnung zu sein. Die Einigung beim EU-Gipfel zur Fiskalunion von 25 der 27 EU-Staaten beflügelte den DAX regelrecht und lies ihn um über 1 Prozent und erneut über die Marke von 6500 Punkten steigen. Eine endgültige Übereinkunft den ständigen Rettungsschirm ESM zum 1. Juli 2012 vorzuziehen und die Hoffnung auf eine baldige Einigung in den Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt fügten sich dann auch noch in die Reihe der guten Nachrichten ein.

Die Spaßbremse kam dann allerdings am Nachmittag mit der Bekanntgabe der US-amerikanischen Konjunkturdaten. Überraschend sank der Chicagoer Einkaufsmanagerindex von 62,2 Punkten aus dem Vormonat auf 60,2 Punkte - erwartet wurde allerdings ein Anstieg auf 63,0 Punkte. Noch deutlicher wurden die Prognosen durch das Conference Board Verbrauchervertrauen enttäuscht. Erwartet wurde hierbei ein Anstieg auf 68,0 Punkte. Doch der Index sank im Januar von revidiert 64,8 Punkten auf 61,1 Punkte. Nach diesen schlechten Nachrichten aus Übersee büßte der deutsche Leitindex DAX fast seine gesamten Gewinne in den letzten Handelsstunden wieder ein. Dennoch:

Unser deutscher Leitindex konnte sich einmal mehr über den Oktober-Zwischen-Tops halten und der GD200 ist weiterhin nicht in Sicht. Ich kann es nichts anders sagen, es ist derzeit wirklich spannend an den Börsen, vor allem im DAX. Auf der einen Seite sind die Märkte eigentlich klar überkauft und viele Indizes befinden sich im Bereich von wichtigen und harten Widerstandszonen, die nur schwer auf einmal zu überklettern sind. Auf der anderen Seite scheint die jüngste kleine Erholungsphase abgeschlossen zu sein – zumindest wenn man sich den DAX anschaut. Bullen gegen Bären – wie das Spiel ausgeht, ist derzeit schwer abzuschätzen. Ein Blick auf den heutigen Tag:

Spannend wird in dieser Sitzung zu sehen sein, ob die schlechten Konjunkturnachrichten aus den USA der Funke sein werden, der nötig war, um eine deutliche Kurskorrektur einzuleiten oder man sich wieder an positiven Nachrichten wird aufrichten können. Für einen impulsreichen Handelstag stehen dann auch einige Daten als Impulsgeber zur Veröffentlichung an. Zum einen erwartet uns die Vorabschätzung der Inflation für die Eurozone (Januar). Weiterhin wird eine Reihe von Einkaufmanagerindizes in Europa veröffentlicht.

Aus den USA erreichen uns dann der ADP-Arbeitsmarktbricht (Januar), der ISM-Einkaufsmanagerindex (Januar) und die MBA Zahl der Hypothekenanträge. Nachdem der Chicago Einkaufsmanagerindex gestern so schlecht ausgefallen ist, sollten wir uns eventuell auch beim ISM-Index auf eine negative Überraschung gefasst machen. Zwar kann man nicht von dem einen auf den anderen Index direkt schließen, allerdings kann der Chicagoer Index, wenn man die Vergangenheit heranzieht, oft als ein Indikator für den ISM-Index herhalten. Interessante Unternehmenszahlen gibt es heute unter anderem von Seiten von Roche, Electronic Arts, Fiat, Infineon und Qualcomm.

In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr

Christoph Scherbaum

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