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Kolumne09:53 25.10.11

Börsenexperte, Experte und Author Dr. Dr. Gerald Pilz
ETFs optimal einsetzen

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

im Augenblick werden die Finanzmärkte von der Staatsschuldenkrise erheblich belastet und verunsichert. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Griechenland zusätzliche Milliarden benötigt und voraussichtlich erst 2020 an die Finanzmärkte zurückkehren kann. Angesichts solch schlechter Nachrichten sind weitere Turbulenzen an den Börsen vorprogrammiert. Sobald aber die Kurse einen Boden erreicht haben, ergeben sich interessante Möglichkeiten für einen ersten Einstieg. Daher lautet unsere Frage heute: Wie kann man ETFs optimal einsetzen?

Synthetische und voll replizierende ETFs

In den vergangenen Wochen nahm die Kritik an Indexfonds deutlich zu. Schuld daran sind so genannte synthetische ETFs, die Derivate und Swaps mit einbeziehen. Im schlimmsten Fall kann es so laufen: Eine Bank hat noch spanische, griechische oder portugiesische Aktien, die sie gerne irgendwo "deponieren" möchte. Also wird beispielsweise ein Dax-ETF aufgelegt, der "europäische" Aktien enthält. Damit die Wertentwicklung dieses Portfolios dem Dax entspricht, müssen Korrekturen vorgenommen werden. Dies erfolgt über Tauschgeschäfte (Swaps) mit Vertragspartnern, die nicht selten mit der jeweiligen Bank identisch sind.

Wenn Sie ETFs optimal langfristig einsetzen wollen, sollten Sie voll replizierende ETFs bevorzugen. Diese enthalten nämlich genau die Wertpapiere, aus denen der Index besteht. Einer der wenigen ETF-Anbieter, der ausschließlich auf volle Replikation setzt, ist beispielsweise ETFlab, eine Tochtergesellschaft der DekaBank, die den Sparkassen gehört. Ähnliches gilt bei iShares für die meisten ETFs. iShares gehört zu dem US-Vermögensverwalter BlackRock, der weltweit bei Indexfonds führend ist. Auch andere ETF-Emittenten bieten voll replizierende ETFs an. Generell sollten Sie sorgfältig prüfen, um welche Art von Fonds es sich handelt. Beachten Sie dabei auch die jährlichen Managementgebühren.

Das Prinzip der Streuung

Verteilen Sie das Risiko, indem Sie Ihr Depot breit streuen. Dabei sollten Sie nicht nur an unterschiedliche Regionen der Welt (Europa, Nordamerika, Asien, Schwellenländer) denken, sondern auch an verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien) und Währungsräume. Sie sollten die Anzahl der Positionen überschauen und kontrollieren können: In der Regel sind 5 bis 10 Positionen ausreichend.

Wie aus 10.000 Euro in 20 Jahren 88.206 Euro wurden

Der EuroStoxx 50, der die wichtigsten 50 Unternehmen der Eurozone umfasst, hätte jährlich 4,3% gebracht, während die Börse in Hongkong mit 9,2 Prozent und in Indien mit 11,5 Prozent deutlich besser performte. Der Dax konnte mit 6,8 Prozent jährlich punkten. Mit deutschen Staatsanleihen hätten Sie im selben Zeitraum 6,5 Prozent jährlich erzielt. Aus 10.000 Euro wären mit dem Dax 37.276 Euro geworden, in Indien hätten Sie ein Vermögen von 88.206 Euro gemacht, und selbst mit deutschen Staatsanleihen hätten Sie dank der Hochzinsphase Anfang der neunziger Jahre 35.236 Euro erreicht. Das Beispiel macht deutlich, wie wichtig es ist, auf eine sinnvolle Streuung der Investments zu achten.

Mit den besten Empfehlungen

Ihr Dr. Dr. Gerald Pilz


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