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Kolumne14:36 25.04.16

Börsenexperte und Autor Gerhard Mahler

Eine Frage der Sichtweise

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

mit den steigenden Kursen kehrt selbst in Europa wieder eine optimistischere Haltung ein. Besonders aber an der Wall Street hat das Lager der Bullen erheblichen Zulauf erhalten, während die Bären weniger geworden sind. Der zwischendurch bemerkenswert niedrige Absicherungsbedarf lässt vermuten, dass die Akteure trotz aller offenen Fragen und verdeckter Probleme sich relativ sicher fühlen. Dass die Indizes beim jetzigen Hochniveau dicht an die Allzeit-rekorde von 2015 heran gelaufen sind, scheint keinen Anlass zu mehr Vorsicht zu geben, wie dies sonst eigentlich üblich ist. Dabei ist die US-Bilanzsaison bislang wenig zufriedenstellend und etliche wirtschaftliche Indikatoren machen zwischendurch immer wieder einmal schlapp. Mit der Wall Street als Schrittmacher haben die lange zögernden und weit zurückhängenden Europa-Aktienindizes jetzt aufgeholt. Jedoch lassen auf dem Alten Kontinent die teils lahmenden konjunkturellen Kennzahlen ebenfalls zu wünschen übrig. Und die erst beginnende deutsche/europäische Berichtssaison liefert bestenfalls „Normalkost“.

Stimmung wechselt rasch

In erster Linie kurstreibend wirkt dank spendabler Notenbanken das Uralt-Argument reichlich vorhandener Liquidität. Auch Aktienfonds verzeichnen mehr Zuflüsse. Dabei bemerkenswert ist die Einschätzung der Weltkonjunktur. Galt sie bis vor Kurzem vor allem in Europa für die Börsen als Hindernis, so ist man unter Analysten gegenwärtig der Meinung, dass die Talsohle erreicht sei. Wie stets an der Börse ist auch jetzt vieles eine Frage der Interpretation nach dem Muster: Ist das Glas halb leer oder halb voll? Dieses Jahr scheint ein häufiger Wechsel zwischen Zweifeln hinsichtlich Konjunktur inklusive Unternehmensgewinnen einerseits und dem Prinzip Hoffnung andererseits stattzufinden. Zum Letzteren hat die angeblich günstigere Verfassung der chinesischen Wirtschaft beigetragen.

Sorglos in den Mai?

In Deutschland folgen die Anleger nur zögernd der optimistischen Wall Street. Per voriger Woche hielt sich der Anteil der Bullen und Bären mit je knapp einem Drittel die Waage, der größere Rest von 40% war im neutralen Lager zu finden oder zeigte sich unentschlossen. Nicht vergessen wollen wir die saisonale Komponente. Ende April und im Mai kommt es an den Aktienmärkten häufig zu kleineren oder auch größeren Korrekturen. Die schwelenden Konflikte und Krisenherde werden zurzeit kaum beachtet. Die Volatilitäten liegen auf „Sorglosniveau“, insbesondere in den USA. Das kann in solchen Zeiten wie gegenwärtig kein Dauerzustand sein. Irgendwann werden ungünstige Aspekte die Oberhand gewinnen und die Indizes zurückschalten. Jedenfalls verspricht die aktuelle Chart- und Markttechnik plus „heißer“ Datenlage spannende Börsentage.

Viel Erfolg mit Ihren Investments
Ihr

Gerhard Mahler
Chefredakteur
Kurzfrist-Trader

Mahler 's Kurzfrist-Trading-Bilanz

 TrefferquotePerformance
Seit 2007 73% 2045%

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