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Kolumne09:08 22.04.13

Börsenexperte und Autor Prof. Dr. Max Otte

Einige gute Gründe, bei Nestlé vorsichtig zu sein

Sehr geehrte Privatanleger,

Nestlé (WKN: A0Q4DC) gilt als das sicherste Unternehmen der Welt. Das habe ich selber an dieser Stelle mehrfach geschrieben. Und dennoch gibt es auch Gründe, bei dieser Aktie vorsichtig zu sein. Selbst hier ist ein Einbruch von 30 bis 40 Prozent möglich – wie bei allen anderen Aktien auf der Welt.

Mein sehr geschätzter Kollege Robert Vinall hat in einer Präsentation einige gute Gründe genannt, Nestlé zu shorten. Dazu gehören

  • dass das Unternehmen im Jahr 2010 offensichtlich ein zu hohes Betriebsergebnis angegeben hat, was im Folgejahr korrigiert werden musste
  • dass die wiederkehrenden Einnahmen 2011 massiv gesungen sind
  • dass einmalige Effekte von den Analysten zu den Einnahmen gezählt werden
  • dass es mit den Emerging Markets vielleicht doch nicht so weit her ist: 2011 kamen weniger als 5 Prozent der Einnahmen aus China
  • dass man für die chinesische Sparte für Babynahrung von Pfizer deutlich zu viel gezahlt habe
  • dass Sie eine Short-Position auf den schweizer Franken eingehen (das Unternehmen hat in der Schweiz wesentlich höhere Kosten als Einnahmen)
  • dass die Supermärkte im Lauf der Zeit Pfizers Wettbewerbsposition erodieren werden und

Keines dieser Argumente sollte Sie dazu veranlassen, jetzt zum Telefon oder zur Tastatur zu greifen und Nestlé zu verkaufen. Nestlé IST ein tolles Unternehmen und die Dividende stimmt. Allerdings zeigt dies sehr deutlich, dass Aktieninvestments auch bei den besten Aktien ihre Zyklen haben. Procter und Gamble war 1973 bei einem KGV von 40 ein sehr schlechtes Investment.

Und Punkt 3 oben erinnert mich sehr stark an General Electric, das in den 90er Jahren als wohl bestes Unternehmen der Welt galt. Jack Welch „steuerte“ die Gewinne ebenfalls mit Hilfe außerordentlicher Effekte. Nach seinem Weggang stellte sich heraus, dass die Substanz stark ausgezehrt war.

Letztlich bestärken mich Rob´s Gedanken in der Position, die ich schon seit langem habe: viele Franchises, mit denen man seit 2009 sehr gutes Geld verdienen konnte, sind mittlerweile satt bewertet. Um bessere Renditechanchen zu haben, müssen Sie auch selektiv in „normale“ Titel gehen. Da gibt es noch genug echte Schnäppchen, wenn auch das Risiko teilweise etwas höher ist.

Solche Chancen eröffnen sich aufgrund der Abstürze derzeit im Goldsektor, zum Beispiel mit Barrick Gold (WKN: 870450) oder physischem Gold. Dazu mehr in der heutigen Ausgabe.

Auf gute Investments,

Prof. Dr. Max Otte

maxotte.de

 

 

 

 

 

 

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Performance: Dax-Aktien 2017 im 1.Quartal 2017

Platz: 30
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