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Kolumne09:18 23.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Christoph A. Scherbaum
Einkaufmanagerindizes sorgen für Rückkehr der Rezessionsgeister
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

auch am gestrigen Aschermittwoch ging es einmal mehr für den deutschen Leitindex DAX nach unten. Zum einen Vertrauen die Anleger nicht wirklich darauf, dass die Zusage für das zweite Hilfspaket für Griechenland wirklich die Lösung aller Probleme für das von Schulden geplagte Land und die Eurozone darstellt.

Außerdem drückten europäische Konjunkturdaten auf das Gemüt der Anleger und schickten den DAX auf Talfahrt. Die Einkaufsmanagerindizes für die Privatwirtschaft in der Euro-Zone für den Monat Februar fielen überraschend um 0,7 auf 49,7 Punkte. Zuvor waren Analysten im Schnitt sogar von einem Anstieg auf 50,6 Zähler ausgegangen. Somit kehren die, von einigen zu früh als Vertrieben geglaubten Rezessionsgeister schlagartig wieder zurück. Ein Wert unter 50 Punkten signalisiert nämlich ein Schrumpfen der Wirtschaft. Wenigstens die Zahlen zu den Industrieaufträgen für den Monat Dezember konnten für etwas bessere Stimmung sorgen. Diese stiegen im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent an. Allerdings reichte das nicht aus, den DAX wieder aus der Verlustzone zu befreien. Ein Blick auf den heutigen Tag:

In Deutschland dürfte vor allem der Großkampftag der aus dem DAX berichtenden Unternehmen im Fokus des Anlegerinteresses stehen. Es berichten Allianz, Commerzbank und die Deutsche Telekom. Bei der Telekom fragt man sich, wie es nach dem gescheiterten Verkauf seiner US-Sparte weitergeht. Im Falle der Commerzbank dürfte bezweifelt werden, dass die Zahlen gut genug ausfallen werden, um dem Aktienkurs noch weiteren Auftrieb zu geben. Wie bei anderen Banken zuvor, dürfte sich auch hierbei die Euro-Krise negativ auf die Zahlen auswirken.

Am Donnerstag dürfte ebenso die EZB Ratssitzung eine gewisse Rolle spielen, daneben werden aber in Deutschland auch die ifo-Zahlen zum Geschäftsklima veröffentlicht. Laut Dekabank-Research dürfte die Stimmungsaufhellung der deutschen Wirtschaft auch im Februar angehalten haben. Erneut sind es in erster Linie die Geschäftserwartungen die sich verbessert haben dürften. Globale Frühindikatoren deuten derzeit eine Erholung an, von der die deutschen Firmen profitieren sollten. Gleichzeitig werden zurzeit Fehlschläge beim Schnüren der Griechenlandhilfe weitgehend ausgeblendet. Die Lagebeurteilung wird sich stabil halten, wobei die Einschätzungen der Bauindustrie unter dem scharfen Wintereinbruch gelitten haben könnte. Alles in allem steigt das ifo Geschäftsklima damit ein weiteres Mal an, so die Einschätzung von Dekabank-Research.

Aus den USA erwarten uns die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Bloomberg Consumer Comfort Index und die wöchentlichen Zahlen zu den US-Öllagerbeständen. Neben den Veröffentlichungen durch die DAX-Unternehmen gibt es aber auch einige andere interessante Unternehmensberichte, darunter u.a. von AIG, British American Tobacco, Credit Agricole, Swiss Re, Telekom Austria, MTU, Philips und von der Royal Bank of Scotland.

In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr

Christoph Scherbaum

Börse aktuell

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