Kolumne10:40 26.04.12
Emerging Markets trotzen Euro-Krise
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
in einem Anflug von Ahnungslosigkeit und unbegründetem Optimismus verkündete EZB-Chef Mario Draghi vor vier Wochen frohgemut: „Die Krise in der Eurozone ist überwunden. Das Investorenvertrauen kehrt zurück.“ Was auch immer überwunden sein mag, Europas Schulden- und Vertrauenskrise sicher nicht. Im Gegenteil: Dank Draghis heiß laufender Notenpresse flieht südeuropäisches Kapital weiter ungebremst in den scheinbar sicheren, deutschen Hafen. Jens Weidmann muss tatenlos zusehen, wie sich die ehemals solide Bundesbank-Bilanz in einen riesigen Finanz-Schrottplatz verwandelt. Mit mehr als 300 Milliarden Euro steht Weidmanns Institut bei Deutschlands Banken in der Kreide, weil er gezwungen ist, in atemberaubenden Tempo höchst zweifelhafte Forderungen gegenüber südlichen Euro-Zentralbanken anzuhäufen. Eine Umfirmierung in Bundes-Bad-Bank wäre passend.
Sobald Europas Währungsunion zerbricht, bleibt auch Deutschland nur noch eine Wahl: Staatspleite oder Gelddrucken. Eurokrise überwunden? Sie fängt gerade erst richtig an! Früher versprachen deutsche Staatsanleihen risikolose Renditen, heute nur noch renditelose Risiken. Wer sein mühsam Erspartes sichern will, sollte sich nach Sachwerten umschauen. Überteuerte Immobilien im Süden unserer Republik gehören sicherlich nicht zur ersten Wahl (Stichworte: Lastenausgleich, Zwangsabgaben, Vermögenssteuer…). Weit solider als ihr Ruf sind hingegen Kapitalanlagen in den aufstrebenden und obendrein angenehm gering verschuldeten Schwellenländern.
Während Europas Aktienmärkte in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck gerieten, konnten sich unsere Emerging-Markets-Favoriten sehr gut halten und teilweise ihre Kursgewinne sogar deutlich ausbauen (z.B. Südkoras Technologiekonzern Samsung +18%, Thailands Nahrungsmittelproduzent CP Foods und Brasiliens Bierbrauer Ambev +22%, Indiens LKW-Schmiede Tata Motors +38% und Hongkongs Computerhersteller Lenovo +38%). Wer Europas Schuldenkrise hinter sich lassen will, sollte in fundamental solide Volkswirtschaften investieren. In der heutigen Ausgabe des Aktien-Trend-Investors erhalten Sie zwei weitere, leicht umsetzbare Empfehlungen hierzu (Kurspotenzial bis +23%).
Herzliche Grüße und achten Sie auf den Trend.
Daniel Haase
Chefredakteur
Aktien-Trend-Investor