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Kolumne10:36 30.05.16

Börsenexperte und Autor Christoph A. Scherbaum

Entspannte Aktieninvestments mit Familienunternehmen

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wann immer es um die deutsche Wirtschaft geht, kommt die Sprache schnell auf Familienunternehmen. Und das zu Recht, denn: 

Der Mittelstand, der in Deutschland dominiert, ist durch diese Unternehmen geprägt. Nun ist es keineswegs so, dass der deutsche Mittelstand mehrheitlich an der Börse notiert wäre. Aber diejenigen Unternehmen, die eine Eigentümerfamilie als Großaktionär haben, sind durchaus einen Blick Wert. 

Wenn wir den Mittelstand insgesamt mit den großen Aktiengesellschaften (v.a. aus dem deutschen Leitindex Dax) vergleichen, stoßen Anleger auf interessante Daten. Im Detail: Laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband, der rund 300.000 Bilanzen und die daraus abgeleiteten Kennzahlen als Datengrundlage hat, haben diese Unternehmen seit dem Jahr 2003 ihre Gewinne aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um 128 Prozent erhöhen können. Dagegen haben die großen Aktiengesellschaften nur ein Gewinnplus von 97 Prozent geschafft. 

Damit wird deutlich, dass der deutsche Mittelstand aufgrund seiner zum Teil sehr starken Marktstellung in den jeweiligen Nischen überdurchschnittliche Gewinnpotenziale ausschöpfen kann. Daneben dürfte jedoch auch ein weiterer Grund für diese Entwicklung mitverantwortlich sein: Die Eigentümerstruktur. 

Der Mittelstand zeichnet sich durch langfristig orientierte Eigentümerstrukturen aus. Meist sind die Gründerfamilien Mehrheitseigentümer und damit Garant für die Fokussierung auf das Kerngeschäft. Das schöne ist: Solche Unternehmen gibt es auch an der Börse zu finden. Dahinter verbergen sich dann meist klassische Aktiengesellschaften, deren Eigentümerstruktur durch eine Gründerfamilie oder eine andere dauerhaft engagierte Familiengruppe dominiert wird. 

Es sind aber auch andere Rechtsformen wie die Kommanditgesellschaft auf Aktien, kurz KGaA, weit verbreitet. Während dort die Kommanditaktionäre auf Einfluss verzichten, erhalten sie eine vergleichbare wirtschaftliche Beteiligung wie der Komplementär, der meist aus einer Familiengesellschaft oder Stiftung besteht. 

Da durch diese Konstruktion die Gefahr einer feindlichen Übernahme sehr gering ist, können sich solche Unternehmen in Ruhe auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Und weil nur langfristige Erfolge zählen, können sich vor allem Langfrist-Anleger an dieser Art von Investments – quasi als Trittbrettfahrer von den positiven Entwicklungen eines Familienunternehmens – erfreuen. Übrigens:

Unter den Champions-Aktien finden sich auch viele Unternehmen, die von Familien dominiert werden... 

In diesem Sinne,
Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche (Ihre persönliche Terminübersicht)

Ihr
Christoph Scherbaum
Chefredakteur
Börsen-Ausblick

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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

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