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Kolumne17:21 30.07.12

Börsenexperte, Experte und Author Hermann Kutzer
Euro-Finanzkrise (III) - EZB sorgt für Stimmung - hoffentlich für länger!
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

kann die neue Woche das halten, was die alte zum Schluss versprochen hat? Folgt man den von Agenturkollegen befragten miesepetrigen Analysten, dann kommt bestenfalls ein „Vielleicht“ heraus. Schade, dass sich der Optimismus nicht nachhaltig ausbreiten kann. Die Politik hat große Angst vor den Finanzmärkten, die wiederum ärgern sich über die nur langsamen Fortschritte des politischen Krisenmanagements, alle freuen sich über Rückendeckung durch die Notenbanken, doch warnt ein Teil der Politik vor einer „Machtergreifung“ der Währungshüter, und dieser Kuddelmuddel schürt die Fortschrittszweifel der Finanzmärkte.

„Nur noch kurz die Welt retten“, so oder ähnlich wirkten die jüngsten Äußerungen von EZB-Präsident Draghi auf die Marktteilnehmer: „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten." Mit der nun berechtigten Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der EZB im Kampf gegen die Euro-Staatsschuldenkrise hat er eine Stimmungswende an den Kapitalmärkten herbeigeführt. In der vergangenen Woche noch drohte die Stimmung endgültig ins Negative zu kippen. Mit dem spanischen Bankenrettungspaket war es nicht gelungen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Nun haben also die Notenbanken wieder das Zepter übernommen. Auch wenn in der neuen Woche nicht mit einer Zinssenkung zu rechnen ist, so wird „Super-Mario“ für die gestressten Europäer eine Beruhigungspille in Aussicht stellen. „Wir rechnen mit weiteren Anleihekäufen der EZB, die Spanien und auch Italien womöglich schon in der Berichtswoche eine Verschnaufpause verschaffen sollten“, schreiben die Strategen der Helaba in ihrer Vorschau.

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Die Hoffnung auf Maßnahmen der Notenbanken in den USA und Europa könnte den Dax in der neuen Woche anstupsen, scheint die vorherrschende Meinung zu sein. Allzu große Sprünge wird der deutsche Leitindex nach Meinung von Analysten aber wohl nicht machen, nachdem die Bundesbank am Freitag ihre kritische Haltung gegenüber der erhofften Wiederaufnahme von Anleihekäufen der EZB deutlich gemacht hat. Außerdem werden die Konjunkturnachrichten immer kritischer.

Technische Analysten und Trendfolger müssen ihre Positionen jedenfalls überprüfen, denn der Freitag als Ausgangsbasis verlief wieder – zum vierten Mal in Folge – spektakulär: Der Dax beendete den Draghi-Tag offiziell mit 6689,40 Punkten – stolze 1,6 Prozent höher als am Vortag. Nachbörslich, parallel zur Wall Street, ging es aber weiter bergauf: Zum Schluss standen Indikationen von 6793,50 Punkten auf den Onlineseiten, entsprechend einem Tagesgewinn von 3,2 Prozent!

Vielleicht ist es eine Illusion, an eine allmähliche Vertrauensbildung der Finanzmärkte gegenüber dem europäischen Krisenmanagement und damit an die Rückkehr des Vertrauens in den Euro zu glauben. Die spontan heftige Reaktion der Aktienkurse auf die aus ihrer Sicht ermutigenden Draghi-Worte signalisieren nach meiner Einschätzung aber deutlich, wo die Börse hin will. Die – nur optisch und psychologisch wichtige – Marke von 7000 Dax-Punkten könnte jetzt wieder in Angriff genommen werden. Passen Sie gut auf, dass Sie nichts verpassen!

Machen Sie also weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr

Hermann Kutzer
Chefredakteur
Kutzers-Anlegerbrief

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