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Kolumne13:46 07.06.16

Börsenexperte und Autor Hermann Kutzer

Euro-Finanzmärkte – „Brexit“ wird jetzt zum wichtigsten Kurs-Kompass

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

„Brexit“ hat beste Chancen, zum (Un-)Wort des Monats Juni gewählt zu werden. Dieser Begriff verfolgt uns jetzt schon mit zunehmender Intensität. Mindestens bis zum britischen Referendum am 23. Juni überschattet die Brexit-Diskussion den politischen und wirtschaftlichen Alltag – und nicht zuletzt die Finanzmärkte. Der mögliche Ausstieg der Briten aus Europa hat sich zum gefährlichsten Risikofaktor für die Börsen entwickelt. Dennoch ist das Thema für wagemutige Investoren zugleich ein prickelnder spekulativer Anreiz.

Wie sensibel die Märkte angesichts der politisch-wirtschaftlichen Zusammenhänge mit ihren kaum absehbaren Folgen im Falle eines Ausscheidens aus der Union geworden sind, hat die vergangene Woche mit ihrer heftigen Reaktion auf weitere Meinungsumfragen gezeigt. Ist die Mehrheit der Briten inzwischen tatsächlich dafür, also für den Brexit? Bleibt es bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss? Betont vorsichtige Anleger werden da nicht mitwetten, sondern sich wieder einmal auf die Tribüne begeben. Man kann jedoch auch versuchen, die Unsicherheit spekulativ auszunutzen.

Die sieben großen Industrienationen (G7) haben sich ausdrücklich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union ausgesprochen. Ein Brexit wäre eine „ernste Gefahr" für das wirtschaftliche Wachstum, warnten die Staats- und Regierungschefs zum Abschluss ihres Gipfels in Japan. Damit stärkten sie Premierminister David Cameron den Rücken. Das britische EU-Referendum stellt eine Zerreißprobe dar – nicht nur für die Briten, sondern auch für die E(W)U.

So warnen internationale Volkswirte angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums vor den Gefahren einer hohe Arbeitslosigkeit und damit auch vor sozialer und politischer Instabilität, wenn ein EU-Austritt das derzeit zerbröselnde Europa weiter schwächen würde. Deshalb ist natürlich auch Mario Draghi besorgt. Stirnrunzeln ebenfalls auch auf der anderen Seite des Atlantiks, weil die US-Notenbank bekanntlich über eine baldige Zinsanhebung nachdenkt. Die mit dem britischen Votum verbundene Unsicherheit mache die Zinsentscheidung der Fed am 15. Juni schwieriger, sagte der Chef der US-Notenbankfiliale Chicago, Charles Evans, am Freitag in der britischen Hauptstadt. Die Notenbank sei gleichwohl bereit, eine Anhebung noch in diesem Monat zu erwägen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die führenden Aktienmärkte unabhängig von US-Zinsentscheid und neuen Konjunkturindikatoren bis zum Volksentscheid keine klare Richtung einschlagen, sondern eher hin und her pendeln werden – je nach Nachrichtenlage. Besonders nervös dürfte aber der Devisenhandel verlaufen, weil hier die Äußerungen bzw. Beschlüsse von Notenbanken ein noch stärkeres Gewicht besitzen.

Wenn es stimmt, was aus London berichtet wird, dann bekommt die Entscheidung der Briten noch eine schier unglaubliche Komponente im kurzfristigen Handel: Hedgefonds wollen angeblich mit Brexit-Umfragen Kasse machen. Ein EU-Austritt Großbritanniens könnte ja zu dramatischen Kursbewegungen an den Finanzmärkten führen. Wer frühzeitig das Abstimmungsergebnis kennt, kann viel Geld verdienen. Das wollen Spekulanten nutzen. Londons Hedgefonds-Industrie plant am Tag des EU-Referendums eigene Wählerbefragungen durchführen zu lassen, um von der EU-Entscheidung finanziell zu profitieren. Die Fonds hoffen, in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni Gewinne zu erzielen, indem sie auf Basis der sogenannten „exit polls" kurzfristig Investments tätigen. Die Hedgefonds profitieren dabei von einem Schlupfloch im Regelwerk der Wahlkommission: Die Electoral Commission erlaubt Wählerbefragungen, solange das Ergebnis nicht vor Schließung der Wahllokale um 22 Uhr abends bekannt gemacht wird.

Nike-Aktionäre können sich auf die EM und Olympia freuen

Jetzt beginnt aber erst einmal Fußball-Europameisterschaft. Angesichts dieses Großereignisses stehen auch wieder die Sportartikelhersteller im Fokus der Anleger.

Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick zuerst auf den heimischen Branchenriesen adidas. Für langfristige Anleger gibt es jedoch eine Champions-Aktie, die auf jeden Fall die Betrachtung wert ist, schreibt mein Kollege Christoph Scherbaum von der Redaktion „Aktien-Ausblick“. Er hat den Weltmarktführer Nike im Auge. Konkret: Zwar ist adidas im Fußball nach wie vor eine Macht, aber bei den sonstigen Sportarten spielt adidas längst keine so große Rolle, ganz im Gegensatz zur Champions-Aktie Nike.

Das dürfte im weiteren Jahresverlauf noch für neue Impulse sorgen, wenn am 5. August die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eröffnet werden. Solche sportlichen Großereignisse sind am ehesten dazu geeignet, das Standing der Sportartikelhersteller zu unterstreichen. Hier dürfte Nike wieder einmal alle anderen überragen. Aktionäre des US-Konzerns wissen das schon seit Jahren – der Langfristchart untermauert dieses eindrucksvoll.

Machen Sie also weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr

Hermann Kutzer
Redaktion
Börsen-Ausblick

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