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Kolumne14:47 19.12.11

Börsenexperte, Experte und Author Sven Brand
Euro-Short-Ralley zum Jahresende
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

im Laufe der vergangenen Woche haben die Rating-Agenturen wieder zugeschlagen:

Die Ergebnisse des EU-Gipfel waren aus deren Sicht gesehen eher flau – just wurde vor trüben Rating-Ausblicken für bestimmte Länder gewarnt. Als Folge davon stieg die Rendite für Anleihen dieser Länder, was den Euro belastete. Moodys dachte gar laut darüber nach, das Rating aller europäischen Länder herabzusetzen. Offenbar halten die Analysten nichts von den Beschlüssen der europäischen Politiker. Darüber hinaus kritisieren die Agenturen die beharrliche Weigerung der europäischen Zentralbank EZB, weder Geld zu drucken noch Staatsanleihen in großem Stil zu kaufen – also ein europäisches „Quantitative Easing“ durchzuführen.

Diese Kritik sorgte für eine weitere Verkaufswelle bei Staatsanleihen und Aktien, was auch der Euro zu spüren bekam.

Gleich zu Beginn der Woche brachen viele Euro-Paare auf der Short-Seite aus. Auch das Euro-amerikanische Paar (EUR/USD) hat nun seine Preisfalle hinter sich gelassen. Für konservative Bären wäre nun der Rückzug zum Preisausbruch an der Dreiecksunterseite ein möglicher Einstiegspunkt für einen Short. Die neue Unterstützung befindet sich unterhalb der wichtigen 1,3000-Marke – das bärische Momentum ist wieder zurück. Generell ist es so kurz vor den Feiertagen schwierig, Kursziele zu nennen. Für diese Woche würden wir jedoch einen Re-Test der Dreiecks-Unterseite erwarten, bevor es weiter bergab geht.



Das gleiche Bild ergibt sich zum japanischen Yen. Der EUR/JPY hat allerdings seit seinem Dreiecks-Ausbruch noch kein neues Tief erzeugt sondern arbeitet gerade an einem „Double Botton“. Sollte dieser „Doppelte Boden“ nachgeben, wäre die runde 100,00-Marke das nächste unmittelbare Ziel. Nach oben verbaut die Widerstandszone zwischen 102,48 bis 103,73 jeden Auftrieb für diese Woche.



David Cammeron‘s Alleingang beim EU-Gipfel hat dazu beigetragen, dass dem britischen Pfund eine klare Verschnaufpause gegönnt wird. Beim EUR/GBP schein sich der Abwärtstrend nach einer kurzen Besinnungsphase sogar noch zu beschleunigen. Mittlerweile wurde die 0,8400-Marke unterschritten – ein Wert, den wir zuletzt im Februar diesen Jahres gesehen haben. Auch hier erwarten wir zunächst einen Rückzug zum Ausbruchspunkt Abwärtskanal, zumal die derzeitige Unterstützungszone bei 0,8370 bis 0,8390 in der Vergangenheit schon mehrere Male als Bärenbremse fungiert hat.



Der neue Auftrieb für die britische Währung macht sich auch im Vergleich zum amerikanischen Dollar bemerkbar (GBP/USD). Hier hat sich ein weiteres höheres Tief herausgebildet, welches eine neue Preisfalle bestätigt – allerdings ist auch dieses Paar noch lange von einem Aufwärtstrend entfernt. Als Kursziel nach oben bietet sich hier der GD50 an, auf der bärischen Seite begrenzt zunächst die Preisfalle das Vorankommen.



Bleibt nur, weiter zu erwähnen, dass diese Jahreszeit gerade nach solch turbulenten Zeiten wie sie uns 2011 beschert wurden, nicht die beste Zeit ist, noch händeringend dem einen letzten profitablem Trade vor Weihnachten nachzulaufen! Widerstehen Sie der Versuchung und lassen sie sich das Fest nicht vermiesen! Wir jedenfalls halten jetzt die Füße still bis zum neuen Jahr.

In diesem Sinne, Ihnen allen ein frohes Fest!

Happy Christmas!
Ihr

Sven Brand


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