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Kolumne16:49 30.01.12

Börsenexperte, Experte und Author Katja Zacharias
Facebook - potenzielle Traumaktie oder Alptraum?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

früher wurde der Freundeskreis mit regelmäßigen realen Verabredungen gepflegt, heute ist es schick, den rein virtuellen Kontakt auf Internetplattformen zu halten. Branchenprimus des „Social Networking“-Sektors ist dabei mit weltweit 800 Millionen Nutzern zweifelsohne Facebook. Laut eines Berichtes des Wall Street Journals rückt der Börsengang des Unternehmens nun in greifbare Nähe. Zunächst steht jedoch ab April mit großer Wahrscheinlichkeit erstmals eine Veröffentlichung der Geschäftszahlen an. Bereits jetzt sind Schätzungen im Umlauf: Bis zu vier Milliarden Dollar soll die Plattform mittlerweile umsetzen. Weiterhin gilt als offenes Geheimnis, dass Anteile im Wert von zehn Milliarden veräußert werden sollen und als Börsenbewertung die 100- Milliarden-Dollar-Marke angestrebt wird.

Dazu ein kleiner Rückblick: vergangenes Jahr hatten die US-Bank Goldman Sachs und der russische Investor Digital Sky Technologies für 500 Millionen Dollar ein Prozent der Anteile an Facebook erworben. Damit wurde der damalige Wert des weltweit größten sozialen Netzwerkes auf 50 Milliarden Dollar beziffert. Sollten die Gerüchte stimmen, hat sich also der Preis für Facebook innerhalb eines Jahres verdoppelt!

Dazu ein kleiner Realitätscheck: Unter der Annahme, dass von den umgesetzten vier Milliarden Dollar 30 Prozent als Gewinn in der Kasse übrig bleiben, ergibt sich ein Nettoergebnis in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar. Bei einem potenziellen Börsenwert von 100 Milliarden macht das ein KGV in Höhe von 83. Das bedeutet, dass die Firma mit dem Dreiundachtzigfachen des Jahresgewinns bewertet werden würde. Das heißt auch, dass der erwartete Marktwert von Facebook etwa doppelt so hoch liegt wie der einer BASF. Der kleine, aber entscheidende Unterschied: Das Internetunternehmen wurde erst 2004 gegründet, bezieht seine Einnahmen vornehmlich aus Werbung und beruht im Wesentlichen auf einem Lifestyle-Trend. BASF ist seit 147 Jahren erfolgreich und produziert Erzeugnisse, die branchenübergreifend und dauerhaft benötigt werden. Das geschätzte KGV für 2012 liegt hier übrigens bei 9.

Schon jetzt kann ich Ihnen also raten, davon Abstand zu nehmen, Facebook-Anteile zu erwerben. Der Gründer Mark Zuckerberg hat damit eine Traumkarriere und das Geschäft seines Lebens gemacht. Goldman & Co verdienen sicherlich auch gut daran. Die Kleinaktionäre werden jedoch letztlich die Dummen sein, die die Zeche bezahlen. Anstatt die Frage zu beantworten, ob die Blase platzt, steht lediglich zur Debatte, wann dies sein wird - das ist der Stoff eines jeden Investorenalptraums. Setzen Sie besser auf Unternehmen, die schon in der Vergangenheit mit dauerhaft benötigten Produkten oder Dienstleistungen erfolgreich waren, dies auch bleiben werden und deren Anteile zu vernünftigen Kursen im Angebot sind. Eine Auswahl geeigneter Aktien filtern wir im boerse.de-Aktienbrief gern für Sie heraus.

Mit bester Empfehlung
Ihre

Katja Zacharias
Value-Analystin des boerse.de-Aktienbriefs

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