Kolumne16:16 28.01.13
Fonds schlagen den Markt nicht - wo ist die Überraschung?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
laut einer vom „Handelsblatt“ in Auftrag gegebenen und heute veröffentlichten Studie haben es in den vergangenen fünf Jahren nur ganz wenige global ausgerichtete Mischfonds geschafft, den Markt zu schlagen. Lediglich 1,9 Prozent der insgesamt 376 untersuchten Fonds schnitten besser als der Vergleichsindex ab.
Bei der Ursachenforschung nannten die vom Handelsblatt befragten Experten zwei Gründe: Zum einen habe kaum ein Manager das richtige Timing zur Umschichtung zwischen Aktien und Anleihen hinbekommen. Zudem würden die verwandten Anlagemodelle versagen, da seit 2008 Politiker und Zentralbanker in die Märkte eingreifen.
Ich bin hingegen der Meinung, dass der Fehler bereits im System liegt. Fonds treten den Wettbewerb nämlich schon mit diversen Ketten am Bein an:
- Den Markt zu schlagen heißt, die Performance des Vergleichsindex zuzüglich der berechneten Gebühren zu übertreffen.
- Bei den meisten Vermögensverwaltern ergibt sich die zu zahlende Aufwandsentschädigung aus dem betreuten Volumen. Der Anreiz ist daher hoch, den Kundenstamm beständig auszuweiten. Je mehr Gelder verwaltet werden, desto häufiger klingelt die Kasse. Allerdings wird es mit zunehmender Portfoliogröße immer schwieriger, eine zufrieden stellende Rendite zu erwirtschaften.
- Hoch im Kurs stehende Fonds erfahren oft nach Veröffentlichung des Spitzenrankings einen „Todeskuss“ und gehören zu den künftigen Verlierern, weil die Erwartungen der alten und neuen Anleger ohne größeres Risiko kaum zu erfüllen sind.
- Fonds sind oft auf kurzfristige Rendite-Ziele ausgerichtet. Das ergibt sich fast automatisch aus dem ständigen Vergleich mit der Vielzahl von Konkurrenzprodukten sowie der Ungeduld der Anleger und führt jedoch letztlich zu geringeren Renditen.
Das Fazit bleibt immer wieder: Privatanleger fahren mit einer Direktanlage am besten. Erfolgreiches Investieren ist ein Marathon, kein ständig fortgeführter Sprint mit ausgefahrenen Ellenbogen und dem Beilaunehalten der Kundschaft. Nur, wer sein Depot selbst verwaltet, verfügt über den dazu gehörigen langen Atem und kann sich voll und ganz auf die Maximierung der Rendite bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos konzentrieren.
Mit bester Empfehlung
Katja Zacharias
Redakteurin
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