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Kolumne08:42 18.05.10

Unbekannter Author.
Gierig sind die Verlierer

Sehr geehrte Trader,

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eine der Lieblingseigenschaften der Trader ist „Gier“. Das ist natürlich eher ironisch gemeint und betrifft eigentlich alle Menschen. Auch diejenigen, die von sich behaupten nicht gierig zu sein. Gier ist ein normaler Trieb des Menschen, der bei dem einen mehr - und beim anderen weniger ausgeprägt ist. Die momentane Griechenlandkrise bringt die Märkte in Wallung, so dass sich unzählige Chancen in den Märkten ergeben. Ständig sieht man Bewegungen, die so leicht zum Traden aussehen, dass man ständig die Euros zählt, die man eben nicht gewonnen hat. Die Gier erzeugt einen Trugschluss, nämlich zu glauben, dass die Risiken nicht genauso steigen, wie die Chancen. Um an den Märkten Geld zu verdienen, benötigt man ein gewisses Maß an Schwankungsbreite. Die notwenige Schwankungsbreite gibt es zur Zeit übertrieben oft. Nur so entsteht beim Trading auch eine Gewinnmöglichkeit. Jeder Trader muss sich darüber im Klaren sein, dass er nur durch Zufall am Tiefstkurs einsteigen, und am Höchstkurs aussteigen kann.


Allerdings sollte sich jeder Trader eine unumstößliche Wahrheit vergegenwärtigen: Jeder überdurchschnittliche Gewinn kann nur mit überdurchschnittlichem Risiko erzielt werden. Insbesondere, wenn die Märkte nervös sind. In einem bekannten deutschen Trader-Blog stand am 7.5.2010 ein Kommentar, dass einige Trader in nur wenigen Stunden sechsstellige Gewinne einstreichen konnten. Wie immer, wenn solche Summen genannt werden, dann entsteht bei anderen eine gierige Bewunderung und Neid. Völlig vergessen wird dabei, dass die sechsstellige Summe auch jemand verloren hat.


Alle Trader haben die Neigung, die eigenen Fähigkeiten zu optimistisch einzuschätzen. Bei einer Umfrage unter Fondmanagern glaubten ca. 74% ihre Arbeit überdurchschnittlich gut zu erledigen. Und die restlichen 26% waren der Meinung, sie wären durchschnittlich. Nur ein verschwindend geringer Anteil gab eine unterdurchschnittliche Leistung an. Die Ursache des Optimismus liegt im übersteigerten Selbstvertrauen. Nicht nur Fondmanager, auch die meisten Trader glauben, sie wären überdurchschnittlich gut. Und jetzt kommt der schlimmste Teil der Untersuchung. Die Trader mit dem höchsten übersteigerten Selbstvertrauen haben die größten Einzelverluste zu beklagen. Übersteigertes Selbstvertrauen führt zur Ignoranz und der Abschottung der Realität. Tatsache ist, dass ohne Sensibilität kein Trader langfristig im Markt überleben kann.

Wenn der VDAX, der Volatilitätsindex des DAX, in Regionen vordringt, die über 30 liegen, dann sollten Sie sich fragen, ob Sie auch das Kapital besitzen, die möglichen Verluste wieder auszugleichen. Richtig ist eine Vorgehensweise, bei der das eingesetzte Risikokapital an die Schwankungsbreite des Marktes angepasst wird. Jeder ernsthafte Trader muss sich mit seinen Verlusten auseinandersetzen. Verluste sind die gewisse Notwendigkeit, um Gewinne zu erzielen. Sozusagen die Hauptgeschäftskosten des Tradings.

Ich selbst trade seit Jahren in den Märkten, und habe schon viel „Action“ gesehen. Auch wesentlich mehr Volatilität als zur Zeit. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass es sich nur für sehr wenige Trader lohnt, in verrückten Märkten mitzuzocken. Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten, dass es in der Summe nur Glückspiel ist. Meine Empfehlung ist daher, warten Sie lieber ein paar Tage ab, bis sich die Lage ein wenig beruhigt hat, dann ist die Volatilität immer noch hoch, aber die Bewegungen der Märkte sind berechenbarer.

Mit besten Empfehlungen
Ihr

Christian Lukas

 

P.S.: Christian Lukas bringt Ihnen in wöchentlichen Gastbeiträgen in den Börsenverlag-Newslettern Vorteile und Möglichkeiten der Volumen-Analyse näher.

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