Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
wie wir in unserem kleinen
Jahresrückblick 2011 festgestellt hatten, war
Gold einer der wenigen Rohstoffe, der über das Gesamtjahr hinweg Longinvestoren Freude bereitet hatte. Elf Jahre in Folge hat der Goldpreis nun insgesamt zugelegt. Allerdings war der Preis im vergangenen Herbst noch wesentlich höher geklettert und musste seit seinem Hochpunkt bis zum Jahresende wieder etwa achtzehn Prozent abgeben.
Interessant dabei war es zu beobachten, dass in den vergangenen Monaten ein hoher Gleichlauf zwischen den verschiedenen Anlageklassen vorherrschte. War es in vielen vorhergegangenen Krisen üblich, dass Gold als Wertaufbewahrungsgut Krisenzeiten mit Preiszuschlägen überstand, so war es nun umgekehrt. Gold verlor ebenso wie beispielsweise Aktien oder Industrierohstoffe an Wert. Experten sprechen davon, dass eine hohe positive Korrelation (Gleichlauf) zwischen dem Goldpreis und Aktien zu beobachten war. Ein Zeichen dafür, dass Gold verstärkt auch ein Mittel zur schnellen Spekulation geworden ist. Schnelles Geld fließt, wie bei Aktien eben auch, in Goldinvestments und genauso schnell wieder heraus. Der Grund: Großanleger agieren vermehrt kurzfristig und verkaufen bei rückläufigen Aktienkursen gleich auch ihre Goldanlagen mit, was deren Preise mit nach unten drückt. Dies konnte so auch in den Wochen nach dem Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank beobachtet werden, als Aktien und Gold fast im Gleichklang nach unten gerauscht sind. Erst zum Jahreswechsel 2009 ging Gold auf Krisenkurs und stieg stetig an, während die Aktienkurse noch monatelang rückläufig waren.
Einfluss der Spekulanten hoch Ein Indiz für diese Verhaltensweise liefert die Reaktion des Goldpreises auf die drastische Erhöhung der Sicherheitsleistungen für Goldtermingeschäfte in den USA: Die Kosten für das Eingehen von Goldtermingeschäften verdoppelten sich und die Kurzfristinvestoren trennten sich in großem Stil von ihren Beständen. Der Preis ging dementsprechend auf Talfahrt.
Da der Einfluss dieser spekulativ ausgerichteten Investoren weiterhin hoch ist, sehen viele strategische Investoren die Gefahr eines weiteren Gleichlaufs als ziemlich hoch an. Sollte es an den Aktienmärkten aufgrund der schlechten Wirtschaftslage oder einer Verschärfung der Schuldenkrise wieder abwärts gehen, dann, so deren Vermutung, wird auch der Goldpreis weiter nachgeben.
Viele Pluspunkte für Goldengagements Auf der anderen Seite stehen gewichtige Argumente, die für einen stabilen bzw. gar steigenden Goldpreis sprechen und die wir im Rohstoff-Ausblick bereits öfters diskutiert hatten.
Das weltweit niedrige Zinsniveau sowie die Geldschwemme der Notenbanken lässt viel Geld an die Goldmärkte schwappen. Zudem sorgt die Angst vor einer Inflationswelle, die einer Ära billigen Geldes zumeist nachfolgt, für eine erhöhte Nachfrage nach Sachgütern wie eben Gold.
Auch wird die Goldförderung immer aufwendiger und teurer, so dass allein aus diesem Grund der Goldpreis aufgrund der gestiegenen Kosten quasi automatisch steigen sollte.
Und nicht zuletzt die ungelösten Krisenherde dieser Welt, die, solange sie nicht gelöst sind, ebenfalls für steigende Goldpreise sprechen.
Und was sagt die Markttechnik zu Gold? 
Bei Preisen von 1.500 bis 1.600 US-Dollar je Unze ist Gold gut unterstützt. Der mittelfristige Abwärtstrend sowie die 200-Tage-Linie konnten überwunden werden, weshalb unter Markttechnikaspekten mit weiter steigenden Preisen zu rechnen ist.
Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblcik
Ihr
Holger Wentz
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