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Kolumne16:23 20.03.12

Börsenexperte, Experte und Author Gerd Ewert
Goldanleger sollten sich auf Enttäuschungen vorbereiten
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Anfang März warnte mein Kollege Daniel Haase in einer Kolumne „EZB druckt Geld: Warum steigt Gold nicht auf 2.000?“ davor, dass Gold und Goldminen möglicherweise eine längere recht enttäuschende Kursentwicklung bevorstehen könnte. In den vergangenen elf Jahren konnten sich Goldfans über stetig höhere Goldnotierungen freuen. Der Preis einer Feinunze hat sich von 253 Dollar (Juli 1999) auf über 1.920 Dollar (September 2011) um den Faktor 7,6 vervielfacht. Auch in D-Mark/Euro kann sich die Goldhausse sehen lassen (Tief 236 im Juli 1999, Hoch bei 1.349 Euro im September 2011, Faktor 5,7). Doch seit fast sechs Monaten scheint die Luft draußen zu sein.

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Goldminen: charttechnisch im Abwärtstrend
Das gilt auch für die Goldminenaktien im NYSE Arca Goldbugs-Index HUI. Vom September-Hoch bei 639 bis zu Daniels Kolumne verlor der HUI gut 100 Punkte bzw. 16%. Und während weltweit die meisten „normalen“ Aktienindizes weiter haussieren, gab der HUI auf aktuell 473 Punkte nochmals kräftig nach. Der Abstand zum 2011er-Hoch beträgt mittlerweile 26%. In den vergangenen Monaten bildete der HUI sowohl tiefere Hochs (siehe Abbildung: grüne 1,2,3) als auch tiefere Tiefs (rote A,B,C) aus. Zusätzlich prallte er beim jüngsten Hoch (3) klar vom bereits sinkenden 200-Tage-Durchschnitt ab. Von 16 im NYSE Arca Goldbugs-Index vertretenen Goldminenaktien stehen nach dem von Daniel und mir entwickelten Aktientrendanalysesystem bereits 13 Titel auf Baisse, darunter auch Schwergewichte wie die kanadische Barrick oder Südafrikas Goldfields. Charttechnisch ist aus meiner Sicht damit klar ein neuer Abwärtstrend gegeben. Solange Goldminen jedoch abwärts tendieren, sollte auch in Sachen Gold & Silber – Zukäufen etwas Vorsicht an den Tag gelegt werden. Die Möglichkeit von Baisse-Manipulationen sollte im Goldmarkt zwar nie ganz ausgeschlossen werden. Doch nach der jahrelangen, fulminanten Hausse hat Gold vielleicht auch einfach das Problem, schon viel vom kommenden Inflationsproblem vorweg genommen zu haben. Auch das unmittelbare Risiko eines Euro-Zonen-Zusammenbruchs ist heute etwas geringer als noch vor dem EZB-Gelddrucken. Gleichzeitig sind alternative Sachwerte und hier insbesondere ganz normale Aktien im Vergleich zu Gold weit zurückgeblieben.



2012 sind Aktien vermutlich die erste Wahl
Meines Erachtens spricht viel dafür, dass sich die konjunkturelle Erholung fortsetzen wird. Dafür sprechen auch die jüngsten, durchweg recht positiven ifo-, ZEW- und Sentix-Frühindikatoren. Gleichzeitig schlummern hunderte von Milliarden Euro praktisch weiterhin unverzinst bei der Europäischen Zentralbank. Es dürfte nur eine Frage von Wochen, maximal einiger Monate sein, bis dieses Geld lukrativere Anlageziele findet. Die noch junge Aktienhausse bietet sich hierfür geradezu an.

Herzliche Grüße und achten Sie auf den Trend

Gerd Ewert


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Gerd Ewert im Interview


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