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Kolumne10:59 25.05.16

Börsenexperte und Autor Volker Meinel

Google „zweitbilligst“

Nur drei Tage lang war Alphabet mit der bekannten Suchmaschine Google (wieder) einmal die teuerste gelistete Firma der Welt gewesen - dann holte sich Apple den Spitzenplatz zurück. Apple will laut eigenen Aussagen alles anpacken, was die Endkunden üblicherweise mit Kabeln untereinander verbinden. Dazu zählen auch die Ladegeräte von Smartphones. Stichwort ist hier das verbindungsfreie Aufladen. 
 

Allerdings machte Google vergangene Woche mit einem längerfristig angelegten Projekt Schlagzeilen: An der hauseigenen Entwicklerkonferenz in den USA stellte Google einen digitalen Sprachassistenten für zuhause vor. Mit dem „Google Assistant“ sollen sich die Menschen unterhalten können, Abfragen vornehmen und - natürlich - auch Bestellungen machen können. Die Stimmen der Menschen würden dabei durch die Lautsprecher in den Wohnungen „gehört“.
 

Google erhält bereits die Hälfte der Suchanfragen über mobile Endgeräte. Lediglich ein kleiner Teil der Abfragen kommt per menschliche Stimme. Der Vorteil der Abfragen per Stimme liegt auf der Hand: Das funktioniert auch in Umgebungen wie dem Auto, bei der der Gebrauch der Tastatur nicht angebracht ist. Google hat zudem angekündigt, die Stimm-Software auch für einen neuen Messenger einzusetzen, mit dem das Unternehmen gegen ein ähnliches Vorhaben von Facebook konkurrieren will.
 

Google hat nach eigenen Angaben ein Jahrzehnt Forschung in den Sprachassistenten investiert. Die Lösung basiert auf künstlicher Intelligenz. In diesem Bereich sind die Konkurrenten längst aktiv geworden: Der bekannte Assistent von Apple heißt „Siri“, der von Microsoft „Cortana“ und der von Amazon.com „Alexa“.
 

Unter den großen Internet- und Technologie-Aktien aus den USA ist Google mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 als zweitbilligste bewertet. Apple kommt auf lediglich 10, worin sich ein guter Teil der Skepsis der Investoren über die zukünftigen Wachstumsträger manifestiert. Etwas höher als Google ist Microsoft bewertet. Facebook ist mit 70 und Amazon mit den knapp 30fachen der Gewinnschätzung für dieses Jahr bewertet. Das größte Aufholpotenzial hat Apple, der defensivste Wert ist aufgrund des breit abgestützten Werbeumfeldes weiterhin Google. Ganz gleich ob Apple oder Google oder ein anderer US-Tech-Wert. Wer darauf gehebelt investieren möchte, findet gewohnt auf www.bnp.de eine ganze Reihe an Long- und Short-Produkten.

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