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Kolumne09:45 10.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Christoph A. Scherbaum
Griechenland gerettet - vorerst!
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

am gestrigen Donnerstag konnte man sich darüber freuen, dass auch andere Nachrichten neben der ewigen Griechenland-Saga in den Vordergrund rücken konnten, zumindest im frühen Handel. Diese Meldungen waren dann auch noch überwiegend positiv und verhalfen dem deutschen Leitindex DAX zu einem erneuten zwischenzeitlichen Anstieg über die Marke von 6.800 Punkten.

Darunter waren Geschäftszahlen von Daimler und HeidelbergCement, die sehr gute Ergebnisse für das vergangene Jahr präsentieren konnten. Der Stuttgarter Autobauer konnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 8,76 Mrd. Euro steigern. Beim Umsatz konnte man die selbstgesteckte Marke von 100 Mrd. Euro überbieten und ein Plus von 8,8 Prozent auf 106,5 Mrd. Euro erzielen. Neben Daimler konnte auch der Baustoffkonzern HeidelbergCement sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich steigern.

Als ob das allein an positiven Nachrichten nicht gereicht hätte, gab es dann auch das OK der griechischen Politik zu den im Gegenzug für weitere Hilfsprogramme geforderten Sparmaßnahmen. Andernfalls wäre das Land im März pleite gewesen. Eine ganz andere Frage bleibt aber, welche Auswirkungen die ständigen Spardiktate auf die griechische Bevölkerung haben werden. Auf die Bekanntgabe der Einigung zwischen der griechischen Regierung und den internationalen Geldgebern über weitere Sparprogramme gab es postwendend die Ankündigung der Gewerkschaften neue Streiks durchführen zu wollen und erneut eine am Boden liegende Wirtschaft weiter abzuwürgen.

Wenig überraschendes gab es später von Seiten der EZB, die den Leitzins für die Euro-Zone auf dem historisch niedrigen Niveau von 1 Prozent belässt. Mit größerer Spannung wurden eventuelle Aussagen zu einer möglichen Beteiligung der EZB an einem griechischen Schuldenschnitt erwartet. Zu diesem Thema wollte sich EZB-Chef Mario Draghi gestern allerdings nicht äußern: „Ich kann nichts dazu sagen, wie unsere Griechenland-Bonds behandelt werden.“ Wenigstens gab es etwas positivere Konjunkturaussichten, so erwartet Draghi im weiteren Jahresverlauf eine Erholung für die Eurozone. Ein Blick auf den heutigen Tag:

Zum Wochenausklang stehen ganz klar die deutschen Verbraucherpreise (Januar) im Blickpunkt. Daneben werden aber auch noch die deutschen Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen (November) bekannt gegeben. In den USA sollten die Daten zum Verbrauchervertrauen der University of Michigan (Februar) einiges an Munition für Kursbewegungen liefern. Unternehmenszahlen werden u.a. von Total, Michelin, Alcatel-Lucent, Barclays und besonders interessant im Hinblick auf die geplatzte transatlantische Börsenhochzeit, auch von NYSE Euronext bekannt gegeben. Für den DAX geht es heute darum, weiter Boden nach oben gut zu machen und die 6800er-Marke auf Wochenschlusskursbasis zu übersteigen. Nach unten wiederum ist der Index wiederum sehr gut durch diverse Unterstützungslinien abgesichert.

In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr

Christoph Scherbaum

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