Am Donnerstag machte Papandreou dann einen Rückzieher. Ich war gerade in Madrid, um die spanische Ausgabe von „Stoppt das Euro-Desaster“ vorzustellen. Ich argumentierte, dass Griechenland die Eurozone über kurz oder lang verlassen muss. Für Spanien sei das zwar kein Muss, aber auch für Spanien sei die Peseta besser. Die Thesen wurden mit Interesse aufgenommen. In Italien erscheint mein Buch demnächst auch, nur Griechenland tut sich noch etwas schwer.
Schade, dass Griechenland nun doch nicht abstimmt. Der Demokratie hätte es gut getan. Eines aber war an der ganzen Sache positiv. In der Pressekonferenz in Cannes am Mittwoch Abend sprachen Merkel und Sarkozy zum ersten Mal davon, dass sie bereit wären, die Eurozone auch ohne Griechenland zu verteidigen.
Damit ist man deutlich von der bis dahin offiziellen Ideologie abgerückt, dass ein Austritt eines unbedeutenden Staates gleichzeitig ein „Scheitern des Euro“ sei. Das ist wichtig! Denn nun ist Deutschland nicht mehr unbegrenzt erpressbar.
Über den Rettungsschirm und den Hebel geht natürlich die Geldschöpfung weiter, was letztlich Geldvermögen belasten wird und Aktien zugute kommen sollte.
Auf gute Investments,
Ihr
Prof. Dr. Max Otte