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Kolumne08:42 03.12.15

Börsenexperte und Autor Dirk Heß

Hochspannung zum Jahresschluss

War es das schon mit der Jahresendrally? Um rekordverdächtige 1.200 Punkte ist der DAX im Oktober nach oben geschossen. Doch seither ist die Luft etwas raus – auch wenn der deutsche Leitindex zuletzt wieder über die 11.000-Punkte-Marke gestiegen ist. Oder ist vielleicht doch noch mehr drin? Die Antwort darauf dürfte insbesondere von zwei wichtigen geldpolitischen Entscheidungen im Dezember abhängen. Bei der ersten handelt es sich um die Frage, ob die EZB ihr Anleihekaufprogramm ausweitet. EZB-Chef Mario Draghi hatte einen solchen Schritt bereits im Oktober angedeutet und damit für Jubelstimmung an den Aktienmärkten gesorgt. Gewissheit in dieser Frage gibt es am 3. Dezember 2015. Dann findet das letzte geldpolitische Treffen des EZB-Rates in diesem Jahr statt.
 

Dreht die EZB den Geldhahn weiter auf?
Die meisten Analysten gehen von einer Ausdehnung der Anleihekäufe aus – sowohl zeitlich als auch volumenmäßig. Hintergrund ist die niedrige Inflationsrate. Zwar sind im Oktober die Verbraucherpreise in der Eurozone entgegen einer ersten Erhebung nicht gefallen. Mit einer Teuerungsrate von 0,1 Prozent blieb die Inflation aber weiterhin extrem niedrig und weit von dem Inflationsziel der EZB von zwei Prozent entfernt. Mario Draghi ließ es sich daher nicht nehmen, die Märkte erst kürzlich noch einmal auf eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik einzustimmen: „Wenn wir feststellen, dass unser mittelfristiges Ziel der Preisstabilität in Gefahr ist, würden wir unter Anwendung aller uns zur Verfügung stehenden Instrumente handeln, um sicherzustellen, dass ein angemessenes Maß an geldpolitischer Unterstützung vorhanden ist.“ Mit anderen Worten: Er würde noch mehr Geld in den Markt pumpen. Ob und wie stark ein neues Kaufprogramm die Aktienmärkte allerdings noch zu stimulieren vermag, ist nur schwer vorherzusagen. Der Markt hat einen solchen Schritt ja bereits eingepreist. Und genau darin liegt ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Sollte die EZB von einer Ausweitung der Anleihekäufe doch absehen oder mit ihren Maßnahmen hinter den Erwartungen zurückbleiben, wäre das Enttäuschungspotenzial sicherlich groß.
 

Fed: Zinswende im Dezember?
Die andere wichtige geldpolitische Entscheidung steht in Kürze in den USA an. Dort geht die große Mehrheit der Volkswirte davon aus, dass die Fed die Leitzinsen noch im Dezember anheben wird. Diese Erwartung kommt nicht von ungefähr: Anfang November erklärte die US-Notenbankchefin Janet Yellen bei einer Anhörung im US-Kongress, dass sie die US-Wirtschaft in guter Verfassung sehe und eine Anhebung des Leitzinses bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 15. und 16. Dezember eine „echte Möglichkeit“ sei. Skeptiker mögen einwenden, dass Zinserhöhungen im Allgemeinen zu Kursverlusten bei Aktien führen. In diesem Fall verhält es sich jedoch etwas anders, denn ein Zinsschritt käme alles andere als überraschend. Schon mehrmals in diesem Jahr hat die Fed die Märkte auf eine Zinswende vorbereitet, doch jedes Mal hielt sie an ihrer Nullzinspolitik fest.

Mal aus Sorge um die US-Konjunktur, mal wegen der Börsenturbulenzen in China. Ein erneutes Zaudern dürfte die Aktienmärkte vermutlich mehr verunsichern als stützen, da ein weiterer Aufschub als Zeichen gewertet würde, dass die Notenbanker dem US-Aufschwung immer noch nicht trauen. Wichtig wird jedoch sein, dass die Fed – sollte sie sich im Dezember zu dem lange erwarteten Zinsschritt durchringen – behutsam vorgeht. Das scheint auch Janet Yellen zu wissen: „Das wird ein allmählicher Weg“, sagte sie auf der Kongressanhörung. Will heißen, der Leitzins wird zunächst nur langsam steigen. Für heimische Anleger hätte eine US-Zinserhöhung übrigens noch aus anderer Sicht einen positiven Effekt. Steigende US-Zinsen stärken den US-Dollar gegenüber dem Euro. Davon könnte wiederum die deutsche Exportwirtschaft profitieren.
 

Fazit
Ein weiteres Aufdrehen des Geldhahns in der Eurozone sowie eine moderate Zinserhöhung in den USA: Diese Kombination könnte den Aktienmärkten zum Jahresende nochmals Kraft geben. So oder so – spannend wird der Dezember allemal.
 

Weitere Einschätzungen zur Geldpolitik, Wirtschaft und Börse sind auf dem Expertenblog der Citi zu finden (blog.citifirst.com).

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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

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