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Kolumne12:38 22.04.16

Börsenexperte und Autor Christian Lukas

Italien mit Finanz-Bombe

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

es gibt eine sehr wichtige Regel für kurzfristige Trader: „Trade was du siehst, und nicht was du denkst.“ Gemeint ist damit, dass sich der Trader besser auf seine Techniken konzentrieren, und nur den Kurs im Fokus haben sollte. In der Praxis ist für uns kurzfristige Trader der gut gemeinte Ratschlag nicht leicht umzusetzen. Ununterbrochen gibt es Meldungen, die kursbeeinflussend sind. Darunter auch solche, die eine langfristige Wirkung haben.

Probleme werden nicht mehr gelöst

Aus ökonomischer Sicht haben Politiker in den vergangenen Jahren schwerwiegende Fehler begangen. Die Fehler wurden mit großen Geldmengen überdeckt, aber nicht beseitigt. Deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Probleme wieder auftauchen. Eines davon hat sich am Dienstag zurückgemeldet. Griechenland benötigt dringend Geld! Man darf gespannt sein, auf welche Art diesmal europäische Steuerzahler für die Finanzprobleme Griechenlands aufkommen werden.

In Italien brodelt es

Die neue „Finanz-Bombe“ wird in Italien gebaut. Fast heimlich wurden am Montag italienische Banken mit einem Rettungsfonds am Leben gehalten. Der Rettungsfonds besitzt eine Höhe von 5 Mrd. Euro. Dieser „kleine“ Betrag dient dazu, die notleidenden Kredite von 360 Mrd. Euro abzusichern. Ich denke, man muss kein Finanzmathematiker sein, um das Missverhältnis zu erkennen. Das Pikante: Der unzureichende Rettungsfonds wird mit Mitteln aus Deutschland über den ESM und der Einlagensicherung von Banken geschützt. Daher haften auch deutsche Steuerzahler.

Britische Volksabstimmung = Zündfunke

Ohne, dass die Aktienbörsen von der Situation Notiz genommen haben, schlittern wir bald in die nächste europäische Bankenkrise. Der Auslöser könnte die Volksabstimmung über den EU-Austritt Großbritanniens sein. Sie findet am 23.06.2016 statt. Die EU ist ein mit Schulden finanziertes Kartenhaus und deshalb ohne Fundament. Sollten die Briten zu einem „EU-Nein“ kommen, dann werden auch die Aktienmärkte einbrechen. Weil die britische Volksabstimmung so dramatisch sein kann, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel eher bei David Cameron auf die Knie gehen, als beim türkischen „Sultan“ Erdogan.

Von den negativen Problemen sollten wir uns als kurzfristige Trader nicht beeindrucken lassen. Wir haben noch am ehesten die Möglichkeit, uns auf Finanzkatastrophen einzustellen. Sollten die Vor-Umfragen ein knappes Ergebnis zeigen, werde ich darüber nachdenken, einige Positionen unseres Depots vorzeitig glatt zustellen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen,

Christian Lukas
Chefredakteur
Dax-Hebel-Trader

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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

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