Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
Franz Beckenbauer würde bei einem aktuellen Rundgang durch Aldi und Co. wahrscheinlich überrascht ausrufen: „Ja ist denn schon Ostern?“ Denn: In den Läden stehen bereits die ersten Osterhasen aus Schokolade und warten darauf, von gierigen Schokomäulern vernascht zu werden. Ich nehme mich da nicht aus, vertilge ich doch öfters mal mit Hochgenuss eine Tafel des leckeren Muntermachers. Am liebsten welche mit hohem Kakaoanteil.
Kakao ist gesund, das ist seit vielen, vielen Jahren ein offenes Geheimnis!
Ständig steigende Nachfrage aus AsienDie Erkenntnis, dass Schokolade schmeckt und in Maßen genossen auch durchaus gesund ist, verbreitet sich immer mehr auch in Ländern, in denen es bislang noch keine ausgewachsene Schokoladenkultur wie etwa bei uns gibt. Hier sind vor allem viele asiatische Länder zu nennen, in denen die Bewohner erkennbar westlichen Trends folgen. Hierzu gehören eben auch westliche Ernährungsgewohnheiten.
Vor allem die Chinesen sind es, die immer mehr Kakao auf dem Weltmarkt nachfragen um so ihren wachsenden Schokoladenhunger stillen zu können.
Das Angebot kann langfristig kaum mithaltenKakaoexperten gehen davon aus, dass dieser weiter steigende Kakaobedarf aus Asien für eine anhaltend hohe Nachfrage an den Märkten sorgen wird. Die Prognose: Innerhalb von acht Jahren könnten eine Million Tonnen Kakao fehlen, was der gesamten Jahresproduktion des großen Erzeugerlandes Elfenbeinküste entspräche.
Und auch im aktuellen Jahr könnte es bereits zu Lieferengpässen kommen. Denn: Gab es im vergangenen Jahr eine Überschussproduktion von 341.000 Tonnen, so gehen Analysten nun im Durchschnitt für dieses Jahr von einer Unterdeckung von rund 100.000 Tonnen aus.
Reformen in der Agrarindustrie der Elfenbeinküste stützen Preis zusätzlichZusätzlich hat zuletzt eine Reform des Agrarsektors der Elfenbeinküste für Unruhe am Kakaomarkt gesorgt. Beispielsweise ist Ausfluss dieser Reform, dass die Kakaoernte für die Saison 2012/13 bereits in geheimen Auktionen sehr frühzeitig am Markt verkauft worden ist. Diese Auktionen haben den Kakaopreis in den vergangenen Monaten zusätzlich unter Druck gesetzt. Allerdings könnte durch das Bekanntwerden dieser bislang geheimen Verkäufe nun die Unsicherheit über einen wachsenden Einfluss der Regierung auf den heimischen Kakaomarkt wachsen. Zudem auch das Wetter dort negativ auf die Ernteaussichten einwirkt. Es ist vielerorts einfach zu trocken für eine gute Ernte.
Markttechnischer Boden erreicht – Widerstandszone voraus
Bei einem Tief von rund 2.200 US-Dollar notierte Kakao im Januar 2012 auf einem Dreijahrestief. Dieses Niveau stellt nun eine gute Unterstützungsmarke dar. Zwischenzeitlich konnte sich der Preis etwas nach oben bewegen, ist aber bei einem Vorstoß auf 2.400 Dollar auf einen massiven Widerstand gestoßen. Gelingt der Ausbruch über diese Marke, dann ist der Weg Richtung 2.800 Dollar frei und der fundamental gute Ausblick wird dann auch von der Technik mitgetragen. Investments bitte wie immer nur mit Stop-Loss-Limit eingehen.
Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr
Holger Wentz
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