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Kolumne12:30 17.05.12

Börsenexperte, Experte und Author Stefano Angioni
Kann Gold immer noch als "sicherer Hafen" herhalten?

Gold gehört in jedes Depot heißt es stets, da das Edelmetall schon seit jeher in wirtschaftlich turbulenten Zeiten als ein so genannter „sicherer Hafen“ gilt, mit dessen Hilfe jeder sein Vermögen absichern kann. Deshalb war das Edelmetall vor allem nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sehr gefragt, wodurch ein regelrechter Hype um das Edelmetall entstanden ist.

 

Aktuell macht auch dem Goldpreis allerdings die erhöhte Unsicherheit in Sachen europäische Staatsschuldenkrise zu schaffen. Das klingt zunächst einmal merkwürdig, da in einem solchen Fall gerade Gold profitieren sollte. Gold wird aber in US-Dollar gehandelt. Das heißt ein höherer Kurs beim US-Dollar bedeutet in der Regel, dass die Goldbeschaffung teurer wird und damit die Nachfrage sinkt.  Genau hier liegt das „Gold-Problem“. Die Eurokrise ist noch lange nicht vom Tisch und der US-Dollar kann von der aktuell „euroskeptischen“ Nachrichtenlage profitieren. Besonders die drohende Pleite Griechenlands und ein möglicher Austritt des Landes aus dem Euroraum bereiten den Investoren Kopfzerbrechen.

 

Viele der Anleger sehen deshalb eher augenscheinlich den US-Dollar als sicheren Hafen an. Gold gerät daher etwas unter Druck. Mit Blick auf das Jahresende erwarten wir jedoch eine schwächere US-Leitwährung und eine steigende Inflationserwartung, was den Goldpreis wieder in Richtung 1.850 US-Dollar treiben sollte. Ein anderer Aspekt, dessen Entwicklung sich im weiteren Jahresverlauf ebenfalls in einem wieder ansteigenden Goldpreis niederschlagen sollte, betrifft den Zusammenhang zwischen dem Goldpreis und den Inflationserwartungen in den USA.

 

Bei Gold ist derzeit zu beobachten, dass der Goldpreis in seinem Seitwärtstrend verharrt, obwohl mittlerweile die Inflationserwartung in den USA ansteigt. Diese Diskrepanz ist eher ungewöhnlich und wird sich unseres Erachtens über einen zum Jahresende wieder deutlich steigenden Goldpreis auflösen. Zwar dürfte die langfristige Entwicklung beim Goldpreis weiterhin nach oben zeigen. Allerdings ist seit Ende des vergangenen Jahres - und verstärkt in diesem Jahr - eine erhöhte Volatilität beim Goldpreis zu beobachten. Diese Volatilität bereitet besonders den auf Sicherheit bedachten Anlegern schlaflose Nächte und lässt ein wenig an der Funktion des Goldes als sicherer Hafen zweifeln. Es scheint eher der Fall zu sein, dass aktuell der US-Dollar eine größere Sicherheitsfunktion einnimmt.

 

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Sollte sich die Konjunktur in Europa auch im weiteren Jahresverlauf schwierig zeigen und die US-Wirtschaft einiges an ihrer Wachstumsdynamik einbüßen, was anhand der jüngsten Arbeitsmarktdaten durchaus im Bereich des Möglichen liegt, könnten auch wieder geldpolitische Lockerungsmaßnahmen seitens der Fed in den Fokus rücken. Solche Maßnahmen würden einen steigenden Goldpreis ebenfalls begünstigen, da dies zu einem schwächeren US-Dollar führen sollte, aber auch zu sinkenden Renditen bei Anleihen, was das Alternativinvestment Rohstoffe und damit auch Gold attraktiver machen würde. Außerdem würde ein schwächerer US-Dollar die Goldbeschaffung günstiger machen. Die Rohstoffanalysten der DZ BANK erwarten daher den Goldpreis per Ende des Jahres bei 1.850 US-Dollar. Kurz um: Die Anlegerstory Gold mag derzeit nicht so hoch im Kurs liegen – ganz aus dem Rennen ist sie aber sicherlich nicht.

Der Einstieg in ein Gold Tracker Quanto Zertifikat mit der WKN DZ0B66, der den Goldpreis währungsgesichert abbildet, scheint auf Sicht von 6 bis 12 Monaten daher durchaus interessant.


Stand 16.05.2012

 

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