Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
eigentlich hatten wir angenommen, dass an den Märkten dieser Tage – so wie es sich gehört – die größte Bewegung von den zahlreichen aktuellen wirtschaftlichen Indikatoren ausgeht, nachdem jetzt die laufende Berichtssaison ihren Höhepunkt überschreitet. Doch wieder einmal spielte die unberechenbarste dritte Komponente für die Börsentendenz die Hauptrolle: Seit Monaten macht die Politik die Kurse. Kaum war der günstig verlaufene EU-Gipfel der letzten Oktoberwoche mit 6% Plus beim DAX und anderen Indizes abgefeiert, schon kehrte das Misstrauen zurück. Die Regierung in Athen verdarb mit ihrem eigenwilligen Salto die Hausselaune und die Krisenängste waren wieder da. Das Volk sollte über das Hilfspaket abstimmen, bevor dessen Modalitäten überhaupt definiert waren. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Die Griechen sind sozusagen ins Glied zurückgetreten und sitzen wieder brav im europäischen Rettungsboot. Doch das Misstrauen bleibt, und vor allem haben die Akteure das griechische Trauerspiel satt.
Vermutlich wäre die inzwischen ernsthaft diskutierte „geordnete Pleite“ mit dem Austritt des Landes aus der EU-Zone gar keine so schlechte Lösung dieser endlosen Geschichte. Sie zieht sich mittlerweile unter zunehmender Brisanz fast zwei Jahre hin. Zu Recht könnte man fragen: Was soll Europa denn passieren, wenn andere Wackelkandidaten wie Portugal, Irland oder Italien finanziell entsprechend abgesichert und politisch fest in die Gemeinschaft eingebunden sind? Die Notenbanken würden im Ernstfall Liquidität in unbegrenztem Umfang zur Verfügung stellen. Für meine Begriffe bekäme den Börsen eine solche Entwicklung besser als die scheibchenweise Fortsetzung des griechischen Dramas mit ungewissem Ausgang. Dass die Euro-Zone infolge ihrer strukturellen Mängel mal mehr und mal weniger im Gespräch bleibt, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls bereiten die externen Faktoren mehr Probleme als die gewohnten Bestimmungsgrößen. Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage könnte diese Woche etwas ruhiger werden. Das politische Konferenzkarussell macht Pause und die Datenlage ist abgesehen von den Zahlen der DAX-Konzerne Allianz, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Henkel, Münchener Rück, Siemens sowie Cisco Systems aus den USA mager. Zudem ist in den USA am Freitag der Feiertag Veterans Day. Zu unserem Trading-Ergebnis 2011: Dank des erfolgreichen Put-Trades auf den S&P 500-Index steigt der Gewinn per heute um 28% auf 488%.
Viel Erfolg mit ihren Investments
Gerhard Mahler
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