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Kolumne08:00 22.07.04

Börsenexperte und Autor Thomas Müller

Keine Abenteuer bei der Geldanlage!

Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

der Aktienbrief ist nichts für Anleger, die das „Abenteuer“ bei der Geldanlage suchen, denn unser Ziel ist ein langfristiger Vermögenszuwachs in den lt. Performance-Analyse erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt. Das mag langweilig klingen, doch Vermögen entstehen nun einmal langfristig und nicht durch einzelne spektakuläre Transaktionen über Nacht.

Doch natürlich werden auch unsere Champions von den Strömungen der Märkte mitgezogen (mit dem entscheidenden Unterschied, dass Champions in den großen Aufwärtstrends mehr gewinnen und in den Abwärtstrends weniger abgeben, als die meisten Indizes). In den letzten Tagen wurden nun die weltweit etwas rückläufigen Aktienkurse von der Wirtschaftspresse mit einem abermals festeren Rohölpreis begründet, der wiederum durch die „so-gut-wie Pleite“ des russischen Ölgiganten Yukos hervorgerufen worden sein soll. Der große Sieger der Auseinandersetzung ist der Kreml:

Der Yukos-Großaktionär und aufkommende politische Widersacher Michael Chodorkowski wurde mit seiner Inhaftierung im Oktober mundtot gemacht. Nachdem die russischen Finanzbehörden jeweils 2,8 Milliarden Euro an Steuernachzahlung für 2000 und 2001 fordern (und sicherlich noch einiges für die nachfolgenden Jahre im Köcher haben), ist der mit Abstand größte Ölkonzern Russlands so gut wie Pleite. Die Konten sind schon einmal gesperrt, womit Yukos seinen laufenden Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, so dass die Ölförderung in Gefahr ist. Über kurz oder lang wird der Konzern - zu Gunsten des russischen Staates - neu aufgeteilt werden und bis dahin ist den Machthabern im Kreml der steigende Ölpreis nur recht. Denn Russland ist heute noch vor Saudi-Arabien der größte Ölproduzent der Welt und der Ölexport macht ein Fünftel des russischen Sozialprodukts aus!

Für Aktionäre ist der russische Krimi ein Drama, denn der Kurs der Yukos-Aktie hat sich alleine seit Ende April halbiert, womit sich etwa 20 Milliarden Euro Marktkapitalisierung in Luft aufgelöst haben. Doch solche Dramen gibt es immer wieder und wird es immer geben. Im Zuge der Asienkrise 1998 verhängte z.B. die Regierung Malaysias völlig überraschend eine Kapitalein- und Ausfuhrsperre. Die Folge daraus war, dass malayische Aktien und Fonds nicht mehr verkauft werden konnten und diese Sperre wurde sogar über einen Zeitraum von 6 Monaten aufrecht erhalten. Noch schlimmer traf es die Anleihengläubiger Argentiniens, nachdem die dortige Regierung Anfang 2002 kurzerhand einen Zahlungsstopp für ihre Staatsanleihen verhängte. Damit ist per heute die Bedienung von Anleihen im Wert von etwa 88 Milliarden Dollar (und mit Zinsen bald 100 Milliarden) vollkommen offen. Sie sehen:

Länder, in denen Urlaub ein Abenteuer ist, sind nur selten Länder in denen man investieren sollte. Zustände wie in Russland, Malaysia oder Argentinien sind für Europa, Japan und vor allem die USA unvorstellbar. Dabei bieten unsere langen Datenreihen einen guten Schutz vor manch unliebsamen Überraschungen, denn der Champions-Status ist nur dann möglich, wenn eine Kurs-Historie über 10 Jahre vorliegt. Ein Jahrzehnt ist ein langer Zeitraum (in dem es zumeist mindestens einen Regierungswechsel gibt) und danach braucht nicht mehr von „Emerging Markets“ gesprochen zu werden, denn nach 10 erfolgreichen Jahren kristallisieren sich die echten Anlagealternativen heraus. Alles davor ist ein Abenteuer und damit kein Thema für Ihre langfristigen Geldanlagen!

Mit bester Empfehlung Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief


PS: Dies ist das Editorial aus dem boerse.de-Aktienbrief, dem Börsenbrief für die laut Performance-Analyse 100 erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt. Wenn auch Sie Ihr Kapital mit diesen Champions-Aktien im Schnitt alle vier Jahre verdoppeln wollen, lade ich Sie herzlich ein, den boerse.de-Aktienbrief hier 14 Tage kostenlos zu testen.