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Kolumne11:10 13.05.16

Börsenexperte und Autor Christian Lukas

Manchmal ist es anders – radikal anders!

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

es könnte sein, dass die Börsenweisheit „sell in may“ in diesem Jahr gänzlich ausfällt. Denken Sie einmal an die menschlichen Verhaltensmuster. Wenn der Mai tatsächlich immer schwach wäre, dann würden sich die Marktteilnehmer darauf einstellen. Sie verkaufen dann nämlich schon im April. Ein logisches Verhalten, denn Kursverluste möchte niemand einfahren. Theoretisch wäre dann der April der neue schwache Standardmonat. Sobald es statistisch erkennbar wäre, würden sich dann erneut die Börsianer darauf einstellen. Also verlagert sich der schwache Monat in den März. Sie merken, das Gedankenspiel lässt sich endlos fortführen.

Wieso gibt es ein Sommerloch an der Börse?

Es gibt übrigens eine weitere Börsenregel, die nicht ganz einleuchtend ist. Es ist die traditionelle Sommerschwäche. Selbstverständlich gibt es eine Urlaubszeit, und die Marktteilnehmer reduzieren sich ein wenig. Weil in Deutschland aber in über 60 % der Fälle, die Börsentransaktionen von Computern durchgeführt werden, frage ich mich, ob die Computer eigentlich auch Urlaub benötigen? Übrigens, der Anteil der Transaktionen mit Hilfe von Algorithmen liegt an den US-Börsen sogar noch höher. Es gibt noch ein weiteres Argument gegen das Sommerloch. Wenn viele Marktteilnehmer tatsächlich in Urlaub fahren, dann wären es mit Sicherheit nicht nur die Bullen, sondern auch die Bären. Es gleicht sich also alles wieder aus.

Es gibt nur die Regel, dass keine Regel ewig gültig bleibt

Ohne Zweifel sind die Märkte in einem außergewöhnlichen Zustand. Die niedrigen Zinssätze sind historisch niedrig. An den Anleihenmärkten kann man zum Beispiel schon lange nicht mehr von Marktwirtschaft sprechen. Denken Sie nur an die Negativzinsen. Der deutsche Staat verschuldet sich mit Bundesanleihen, und begleicht die Schulden mit Negativzinsen. Er verdient Geld mit seiner Verschuldung. Das bedeutet, je mehr er sich verschuldet, desto mehr baut er damit auch seine Schulden ab. Das ist absoluter Wahnsinn.

Wenn es solche Bedingungen an den Märkten gibt, dann ist es völlig sinnlos, mit Hilfe von historischen Kursverläufen Prognosen aufzustellen. Was ist, wenn wir möglicherweise die Sell-in-May-Regel in den Januar verschoben hätten? Was wäre, wenn wir in 2016 bereits sämtliche Börsensorgen verarbeitet hätten? Ich kann mich nicht erinnern, dass es in Europa jemals so viele Krisenherde gab. Aber vielleicht ist das alles bereits in den Kursen eingearbeitet? Ja, dann müssten wir für den Rest des Jahres leicht steigende Kurse im Sommer erleben, und eine atemberaubende Rallye zum Ende des Jahres.

Viel Erfolg wünscht Ihnen,

Christian Lukas
Chefredakteur
Dax-Hebel-Trader


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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

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Performance: -30,77%

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