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Kolumne09:00 08.04.13

Börsenexperte und Autor Prof. Dr. Max Otte

Manchmal möchte man nur im Garten wühlen

Sehr geehrte Privatanleger,

„Eine Welt aus den Fugen“ nennt der von mir sehr geschätzte Peter Scholl-Latour sein aktuelles Buch. In der Tat: Die Welt IST aus den Fugen. Bei den Spannungen zwischen Nord- und Südkorea werden wir die wahren Hintergründe lange nicht erfahren.

Kann es sein, dass ein im Prinzip schwaches Regime wie in Nordkorea auf einmal auf Konflikt umschaltet? Oder spielten da vielleicht doch Sanktionen und Provokationen seitens des Westens eine Rolle? Die CIA hat ihr Handwerk vom britischen Geheimdienst gelernt, der im Bereich Nachrichtenbeschaffung, Desinformation und auch aktiven Attentaten und Unruhestiftung dem deutschen Geheimdienst bereits im Zweiten Weltkrieg haushoch überlegen war.

Es beunruhigt, was da in Nordkorea passiert. Es stimmt auch nicht gerade freudig, dass nach der „Rettung“ Zyperns nun Italien wieder unter Beschuss gerät. Die Situation ist auch nicht viel schlechter als die der USA im Jahr 2011 als sich Republikaner und Demokraten sich nicht auf die Erhöhung der Verschuldungsgrenzen für das Land einigen konnten. Wie Sie vielleicht wissen, haben wir im PI Global Value Fonds (WKN: A0NE9G) einen überproportional hohen Anteil an italienischen Aktien. Um das noch einmal deutlich zu sagen: Der italienischen Wirtschaft geht es nach unserer Überzeugung besser als der englischen oder der amerikanischen Wirtschaft. Und Unternehmen sind keine Staaten. Bislang sind wir allerdings für unser Engagement noch nicht belohnt worden.

Anders in Griechenland und Spanien. Da hat es sich bereits ausgezahlt.

Ja, die Welt ist aus den Fugen. Da benötigen Sie eine gute Portion Gelassenheit. Kommt es zur großen Krise, sieht es erst einmal düster aus. Dafür hat man Gold oder andere Notgroschen.

Aber es bringt nichts, alles auf die große Krise zu setzen. Da spekulieren Sie genauso, wie wenn Sie alles auf überbordenden Optimismus setzen. Das Investieren ist immer eine Angelegenheit von Augenmaß und der Festlegung einer allgemeinen Richtung.

Und die lautet bei uns seit langem: Aktien (mit wechselnden Schwerpunkten), Edelmetalle, Immobilien (selektiv und nicht zu viel) sowie Liquidität (in Euro und ggf. Franken). Ich werde Sie wissen lassen, wenn ich keine oder kaum noch lohnenswerte Aktien finde oder wenn Gold zu teuer wird.

Das ist derzeit nicht der Fall.

Und in der Zwischenzeit ist es vielleicht eine beruhigende Therapie, im Garten zu wühlen. Oder wenn Sie einen anderen Ausgleich haben, dann betreiben Sie diesen.

Auf gute Investments,
Ihr

Prof. Dr. Max Otte
maxotte.de

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