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Kolumne15:30 29.04.16

Börsenexperte und Autor Lars Brandau

Mensch oder Maschine?

Die Zeiten ändern sich. So haben es auch viele Finanzinstitute nicht mehr ganz so einfach. Sie müssen an verschiedenen Fronten kämpfen. Neben der üblichen, teilweise doch sehr polemischen und pauschal angebrachten Medienkritik („Banken zocken Sparer ab“) hat sich insbesondere in den zurückliegenden Monaten eine neue Flanke aufgetan. Neue Wettbewerber in Form von jungen innovativen Unternehmen (Fintechs) und sogenannte Robo-Advisors versuchen zunehmend, den alt eingesessenen Banken und ihren Geschäftsmodellen das Wasser abzugraben. Infolge dessen kommt das Bankwesen traditioneller Art in Bedrängnis. Die Erträge schmelzen.   
 

Die fortschreitenden technologischen Entwicklungen digitalisieren aber nicht nur das Finanzierungsgeschäft, sondern werden demzufolge auch das Anlagegeschäft erheblich verändern. Heutzutage ist doch fast jeder praktisch ständig online, kann sein Informationsbedürfnis überall sättigen und entsprechend reagieren. Braucht es da überhaupt noch Beratung am Schalter? Wie definiere und messe ich den nutzenbringenden Mehrwert einer Beratungsdienstleistung?
 

Sind vollautomatisierte Robo-Advisor vor dem Hintergrund einer teilweise kritikwürdigen Bankberatung vielleicht sogar die bessere Option für Kunden? Die Anlagebedürfnisse der privaten Sparer werden via Software kurz abgefragt, gefolgt von der Ermittlung der Risikobereitschaft und in Windeseile bekommt der Anleger seine Strategie übergestülpt. Grundlagen der vorgeschlagenen Anlagestrategien sind tendenziell Investments in standardisierte Fonds und/oder Exchange Traded Funds (ETFs). Somit soll eine breite Streuung über viele Anlageklassen und Einzeltitel erzielt werden. Ganz neu ist dieser Trend natürlich nicht. Verwurzelt in den USA, besteht die Hauptzielgruppe der meisten Robo-Advisors aus sehr internetaffinen, kapitalstarken Erwachsenen jüngeren bis mittleren Alters.

Diese Zielgruppe der heute 18 bis 45-Jährigen umfasst nach Schätzungen in den USA ungefähr 110 Millionen Menschen und in Deutschland immer noch 25 Millionen potentielle Kunden. Eine zweifellos nicht zu vernachlässigende Zielgruppe. Mit den neuen Plattformen bekommen diese Anleger die Möglichkeiten, ihre Gelder zu vergleichsweise günstigen Konditionen anzulegen. Die Kosten sollen maximal ein Prozent des Anlagebetrags jährlich ausmachen. Das Kostenargument zieht. Denn in der hierzulande überwiegend doch auf Provisionen basierenden Beratung sind die Kosten häufig höher. Folgt nun daraus, dass Computer statt Menschen demnächst die Kunden betreuen? Immerhin sind mittlerweile auch führende Banken ins Robo-Advisory-Geschäft eingestiegen und das Filialsterben in der deutschen Bankenlandschaft setzt sich fort. Im zurückliegenden Jahr nahm die Zahl der Bankfilialen um knapp vier Prozent ab, berichtet die Deutsche Bundesbank.

 

Dennoch wäre es vermessen zu sagen, dass die klassische Bankberatung Gefahr läuft, obsolet zu werden. Der Anleger sollte nicht bedenkenlos der digitalen Welt vertrauen und ohne weiteres folgen. Die Informationsflut kann verwirrend sein, so dass es schwer fällt, die Spreu vom Weizen zu trennen. Umso wichtiger sind das persönliche Gespräch und der Austausch mit einem erfahrenen Berater. Individuelles Vertrauen, das sich idealerweise nach und nach aufbaut und die vollumfängliche Beratung sind nicht so einfach durch einen Computer zu ersetzen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wer die Roboter, die dann nach und nach die Berater in den Filialen verdrängen, überhaupt programmiert und beaufsichtigt? Letztlich muss der Kunde auch beim Robo-Advisor immer sehr genau wissen, was er möchte und was nicht.

 

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Performance: Dax-Aktien 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 8,93 auf 6,79 Euro
Performance: -24,90%

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