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Kolumne15:10 13.06.16

Börsenexperte und Autor Volker Meinel

Microsoft: Next Big Thing

Microsoft-Aktionäre können sich freuen: Ihre Aktien sind auch nach einigen Gewinnmitnahmen mehr wert als zu irgend einem anderen Zeitpunkt seit dem Platzen der Internet-Blase nach dem Jahr 2000. Und das, obwohl das Softwareunternehmen bei vielen neuen Entwicklungen wie den Smartphones und den Tablet-Computern hinsichtlich der Marktanteile lediglich eine Nebenrolle spielt.
 

Microsoft spielt indes im Hintergrund eine zunehmend wichtigere Rolle, wie das vergangene Woche bei zwei Meldungen deutlich wurde: So verkauft Microsoft dem chinesischen Smartphone-Startup ein Portfolio von 1.500 Patenten. Das chinesische Unternehmen verbessert damit seine Möglichkeiten, die eigenen Geräte auch außerhalb des Heimatmarktes zu vertreiben. Firmen wie Xiaomi bauen erst einmal die eigenen Geräte (bzw. lassen sie selber bauen) und lassen ebenfalls das von Google entwickelte Betriebssystem Android aufspielen. Im Zuge des Patent-Deals wird Xiaomi zukünftig auch die Microsoft-Office-Suite für Smartphones sowie die Skype-Kommunikationssoftware auf den neuen Smartphones aufspielen.
 

Und Microsoft öffnet auch die eigene Plattform für virtuelle Realität (VR) und stellt sie Softwareentwicklern zur Verfügung. In diesem Bereich ist Microsoft ein Konkurrent von Facebook und Google/Alphabet, die an sehr ähnlichen Projekten arbeiten. VR-Brillen gelten als mögliches „Next Big Thing“, das nach den Smartphones kommen könnte.
 

Mit diesem Schritt der Öffnung will Microsoft die Hardware-Hersteller für sich gewinnen - und so auf dem Markt einen entscheidenden Vorsprung aufbauen. Die eigene Software „Windows Holographic“ basiert auf dem Windows-10-Betriebssystem. Je mehr Entwickler auf den eigenen Plattformen arbeiten, desto vielfältiger ist dann später auch das Softwareangebot - Vorlage dafür sind die Spielkonsolen und die Smartphones.
 

Der Schritt von Microsoft kommt nicht zu früh - im Gegenteil: Google hatte bereits im Mai angekündigt, die eigene Software den Entwicklern freizugeben, um bei den VR-Brillen das gleiche Ziel zu erreichen, wie bereits bei den Smartphones mit dem Android-Betriebssystem. Bei Android ist Google mit einem Anteil von über 80 Prozent der dominante Lieferant. Lediglich iOS von Apple spielt noch eine gewisse Rolle - alle anderen, inklusive Microsoft, sind lediglich marginal vertreten.
 

Bei VR-Technologien soll das laut den Vorstellungen von Microsoft nicht passieren. Anlegern öffnet sich beim Blick auf www.bnp.de eine ganze Reihe an Long- und Short-Produkten.

 

 

 

 

 

 

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