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Kolumne14:31 14.05.12

Börsenexperte, Experte und Author Hermann Kutzer
Nervöse Börsen (III) - Werden auch Sie zum Trader!
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

welche konkreten Empfehlungen soll ich Ihnen zum Beginn der neuen Woche geben? Doch, ich bleibe dabei, dass Mutige die schwachen Tagen zu Käufen nutzen können und Vorsichtige nicht aussteigen (es sei denn, die Kurse Ihrer Werte seien an Ihrem Verlustlimit angelangt), sondern sich lieber als Zuschauer auf die Tribüne zurückziehen sollten. Erst einmal. Die (Wirtschafts-) Politik überschattet jetzt die Börsen wieder so stark, dass ein klarer Blick nicht möglich ist. Klassische Bewertungskriterien spielen für einen nicht absehbaren Zeitraum nur eine Nebenrolle. Steigende Volatilität und extreme Kurszuckungen im Tagesverlauf irritieren selbst eingefleischte Profis und schrecken Privatanleger ab.

Hinzu kommt der saisonale Sell-in-May-Aspekt: 2010 und 2011 erreichten die Aktienkurse Ende April weltweit ihren Höchststand und sanken dann um 16% bzw. 24%. Im laufenden Jahr bestehen allerdings deutliche Unterschiede zu den Vorjahren. Und das bewegt das Investment Management der ING zum Kommentar: „Wir bleiben daher bei unserem Aktienoptimismus.“ Bei den Analysten der Helaba klingt es ganz ähnlich:„Der inzwischen ausgeprägte Pessimismus dürfte im Sinne der Kontraindikation ebenso wie die günstige Bewertung mittelfristig neuen Spielraum für steigende Aktienkurse eröffnen.“

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All denjenigen, die sich nicht passiv-abwartend verhaltend wollen, möchte ich einen „modernen“ Rat geben: Bleiben Sie langfristig denkende (Aktien-)Anleger, aber nutzen Sie jetzt die Zeit, die kurzfristige Alternative zu erfahren: das Daytrading. Dabei geht es um den kurzfristigen, spekulativen Handel mit Währungen, Wertpapieren, Rohstoffen, Indizes, Derivaten usw., der systematisch mit Hilfe von intelligenter Software und auf hypermodernen elektronischen Handelsplattformen betrieben wird. Das Wort „Day“ taucht dabei immer seltener auf, weil die eröffneten Positionen oft nicht nur innerhalb des gleichen Handelstags, sondern bereits nach wenigen Minuten wieder geschlossen werden. Denn das Ziel ist, schon von geringen Kursschwankungen zu profitieren.

Bei aller Unklarheit über die Kurstrends – die schier unglaubliche Beschleunig aller Prozesse an den global vernetzten Finanzmärkten führt klar erkennbar zu steigender Kurzfristigkeit im Denken und Handeln. Und das wiederum wirkt sich destabilisierend auf die Börsen aus. Immer mehr nationale Direktbanken und internationale Broker konkurrieren jetzt um neue deutsche Privatkunden, bieten deshalb weitreichenden Service und intensive Betreuung, kostenlose Demo-Konten und Seminare an. Das Trading erfordert ein besonderes Know-how und mehr Zeit, gewiss. Ist es aber nicht reizvoll, etwas Neues auszuprobieren ohne das Alte aufzugeben?

Machen Sie weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr

Hermann Kutzer

Chefredakteur
Kutzers-Anlegerbrief


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