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Kolumne09:26 23.05.16

Börsenexperte und Autor Volker Meinel

Netflix in der Zwickmühle

Es fehlte vergangene Woche nur wenig, und die Netflix-Aktie wäre auf einen 12-Monatsrekord gefallen.
 

Ursache war aber nicht etwa ein enttäuschender Quartalsabschluss. Den hatte es bereits vor vier Wochen gegeben - und die Aktie damals schon um 15 Prozent einbrechen lassen. Diesmal war es die Ankündigung eines Konkurrenten, welche den Wert des Online-Videoservices um 5 Prozent reduziert hatten.
 

Tatsächlich hat sich das Umfeld für Netflix seit dem vergangenen Sommer, als wir zum ersten Mal auf die Wachstumsprobleme hingewiesen hatten, verschlechtert: Zwar wachsen Nutzer- und Umsatzzahlen weiter. Allein im abgelaufenen ersten Quartal kletterte der Umsatz um 30 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn hingegen legte nur um 17 Prozent zu - und beträgt gerade mal 28 Millionen Dollar. Das entspricht einer Gewinnmarge von gerade einmal 1,5 Prozent.
 

Natürlich kann Netflix den Quervergleich mit Amazon legen, bei den Analysten-Konferenzgesprächen auf die ständig erforderlichen hohen Investitionen hinweisen und damit die Aktionäre eine zeitlang vertrösten. Aber Amazon konnte sich das viele Jahre lang leisten, weil es niemand gab der dem großen weltweit operierenden Online-Warenhaus ernsthaft Paroli bieten konnte und die Marktposition nie in Frage gestellt wurde. Bei Netflix ist das anders: Konkurrenten wie Amazon machen das, was bei Netflix das Kerngeschäft ist, praktisch nebenher, und bieten vergleichbare Angebote einfach etwas günstiger an. Amazon hat die Kraft, um (auch) solche Dienste jahrelang finanziell durchzufüttern - Netflix aber nicht. Und es gibt noch etliche kleinere und mittelgroße Konkurrenten, die ebenfalls Inhalte online streamen und sich dabei bei Inhalten und Ausrichtung von den Großen unterscheiden.
 

Schließlich ist da noch die Bewertung. Aktuell ist Netflix mit dem 305fachen des für dieses Jahr zu erwartenden Gewinns bewertet, und damit zufälligerweise derzeit praktisch gleich teuer wie Amazon. Aber Netflix hat die Reserven nicht, um längere aggressive Rabatt- und Marktanteilsschlachten mit Amazon zu führen und zu gewinnen.  Netflix muss in den kommenden zwei Quartalen beweisen, dass man das Profitabilitätsproblem lösen kann - sonst wird es schwierig mit dem weiteren Verlauf des Aktienkurses.
 

Amazon hat übrigens vorgemacht, wie das geht: Ein kleiner Blick auf das stark wachsende Cloud-Nebengeschäft hatte genügt, um die Kursdelle, die man zu Jahresbeginn eingefangen hatte, aufzuholen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

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